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09.11.2016

15:13 Uhr

Handelsblatt Auto-Gipfel in München

Die Diesel-Affäre als Wendemanöver

VonMartin Murphy, Markus Fasse

Autos werden künftig autonom fahren, elektrisch angetrieben und auf Wunsch geteilt. Die Chefs von BMW, Daimler und VW beschwören auf dem „Auto-Gipfel“ den Wandel der Industrie. Jetzt müssen sie ihn nur noch umsetzen.

Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart im Gespräch mit den Chefs von Daimler, BMW und VW (v.l.n.r.): Dieter Zetsche, Harald Krüger und Matthias Müller. Handelsblatt

Handelsblatt Auto-Gipfel

Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart im Gespräch mit den Chefs von Daimler, BMW und VW (v.l.n.r.): Dieter Zetsche, Harald Krüger und Matthias Müller.

MünchenVolkswagen-Chef Matthias Müller will sich nicht mehr in die Defensive drängen lassen. Zu lange hat der Wolfsburger Autobauer wegen des Betrugs bei Abgaswerten von Dieselautos harsche Kritik über sich ergehen lassen. Und zu lange haben aus seiner Sicht wohl Angreifer wie Google, Uber und Apple die deutschen Traditionskonzerne vor sich hergetrieben. Ihn eint mit seinen Kollegen Harald Krüger (BMW) und Zetsche (Daimler) der Wille, die Mobilität der Zukunft mitzugestalten, sagte Müller auf dem Auto-Gipfel in München. „Wir wollen künftig nicht zum automobilen Foxconn der IT-Welt degradiert werden.“

Foxconn ist mit einem Milliardenumsatz und hunderttausenden von Mitarbeitern ein Gigant, aber einer der für Apple und andere Firmen Produkte fertigt. Damit sich die drei Großen aus Deutschland nicht in der Rolle eines Zulieferers der Silicon-Valley-Firmen wiederfinden, werden sie sich gründlich umstellen müssen.

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Elektroantriebe, automatisiertes Fahren, Digitalisierung: In München erklärten die Chefs der deutschen Autokonzerne, wie sie die Zukunft der Mobilität gewinnen wollen. Lesen Sie hier Auszüge ihrer Reden.

BMW-Vorstandschef Krüger ist vor dem Wandel nicht bange. Viele Entwicklungen hätten in Deutschland ihren Ausgang genommen, sagte er. Früher zählten Innovationen wie Flugzeuge, heute Neuheiten wie Laser dazu.

Nun ändert sich das Mobilitätsverhalten der Menschen, resümieren die drei Auto-Bosse: Autos werden künftig autonom fahren und elektrisch angetrieben sein. Außerdem werden sich Kunden künftig Autos nach Bedarf anmieten, letztlich also teilen und nicht mehr selbst besitzen. Diese Veränderung lockt neue Akteure an. Tesla hat sich als Anbieter von Elektroautos etabliert und Uber als Vermittler von Taxifahrten. Auf dem Weg ins Geschäft sind auch der Suchmaschinenbetreiber Google, der autonomes Fahren anbieten will, und Apple, der an einem eigenen Auto arbeitet.

Die Einstiegschancen waren seit der Entwicklung des Automobils vor bald 130 Jahren nicht so gut wie heute. Nach Einschätzung der Industrie werden bis zum Jahr 2025 rund ein Viertel aller verkauften Autos keinen Verbrennermotor mehr haben, womöglich werden es sogar mehr. BMW-Chef Krüger gab zu Bedenken, dass schon im Jahr 2020 die gesetzlichen Umweltrichtlinien ohne einen stärkeren Ausbau der Elektromobilität nicht zu erfüllen sein werden. Dies dürfte nicht nur für Europa gelten. Auch in den wichtigsten Märkten China und den USA hatte die Politik zuletzt strengere Grenzwerte angekündigt.

Kommentare (3)

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Herr Clemens Keil

09.11.2016, 17:35 Uhr

Da folgen die Marketingabteilungen der Autohersteller dem Medienhype zum Automomen Fahren auf Hochtouren - wohl auch, um von den nicht beherrschten Klima-und Umwelt-Problemen der schmutzigen, veralteten Otto-bzw. Diesel-Motor-Technologien abzulenken (Nicht umsonst lassen, anders als in den USA, die entsprechenden, von der Automobilindustrie "gelenkten" Vorschriften auf EU-Ebene "Abgasschummelei" mit Abschaltvorrichtungen zu! Nicht umsonst genießt Tesla als US-Hersteller eine derartige Aufmerksamkeit!) Da wird dann aber auch schon über die ersten schweren Unfälle beim Autonomen Fahren berichtet. Dumm gelaufen! Man erkennt aber mittlerweile, dass das Autonome Fahren nicht nur eine technische Herausforderung darstellt - insbesondere in Bezug auf die technische Sicherheit -, sondern mehr noch ungelöste ethische, rechtliche und Informationssicherheitstechnische Probleme mit sich bringt. Vom Stand der vergleichbaren PC- und Smartphone-Sicherheit kann jeder Nutzer ein Lied singen. Und Staaten, Behörden, Unternehmen streiten sich heute schon um die Herrschaft über die persönlichen Daten aus den Fahrzeugen! Doch die Politik, (allen voran der unsägliche Mautflüsterer, Abgasturbo und Sammelklagen-Verhinderer Alexander Dobrindt), der mittlerweile organisiertes Staatsversagen bei der Kontrolle der Abgaswerte vorgeworfen wird, gebärdet sich weiterhin autohörig!

"TaTü TaTa TaTü TaTa.
Freude am Fahren, wenn kein Fahrer da!
TaTü TaTa TaTü TaTa.
Vorsprung durch Technik, wenn kein WLAN da."

Freud und Leid des fahrerlosen Fahrens auf den Punkt gebracht:

https://youtu.be/njj5Z7KzG60
http://youtu.be/WzvpF6JR1cE

Viel Spaß beim Anhören! Und lasst Euch die Realität nicht vermiesen!

Herr Clemens Keil

09.11.2016, 17:36 Uhr

Da folgen die Marketingabteilungen der Autohersteller dem Medienhype zum Automomen Fahren auf Hochtouren - wohl auch, um von den nicht beherrschten Klima-und Umwelt-Problemen der schmutzigen, veralteten Otto-bzw. Diesel-Motor-Technologien abzulenken (Nicht umsonst lassen, anders als in den USA, die entsprechenden, von der Automobilindustrie "gelenkten" Vorschriften auf EU-Ebene "Abgasschummelei" mit Abschaltvorrichtungen zu! Nicht umsonst genießt Tesla als US-Hersteller eine derartige Aufmerksamkeit!) Da wird dann aber auch schon über die ersten schweren Unfälle beim Autonomen Fahren berichtet. Dumm gelaufen! Man erkennt aber mittlerweile, dass das Autonome Fahren nicht nur eine technische Herausforderung darstellt - insbesondere in Bezug auf die technische Sicherheit -, sondern mehr noch ungelöste ethische, rechtliche und Informationssicherheitstechnische Probleme mit sich bringt. Vom Stand der vergleichbaren PC- und Smartphone-Sicherheit kann jeder Nutzer ein Lied singen. Und Staaten, Behörden, Unternehmen streiten sich heute schon um die Herrschaft über die persönlichen Daten aus den Fahrzeugen! Doch die Politik, (allen voran der unsägliche Mautflüsterer, Abgasturbo und Sammelklagen-Verhinderer Alexander Dobrindt), der mittlerweile organisiertes Staatsversagen bei der Kontrolle der Abgaswerte vorgeworfen wird, gebärdet sich weiterhin autohörig!

"TaTü TaTa TaTü TaTa.
Freude am Fahren, wenn kein Fahrer da!
TaTü TaTa TaTü TaTa.
Vorsprung durch Technik, wenn kein WLAN da."

Freud und Leid des fahrerlosen Fahrens auf den Punkt gebracht:

https://youtu.be/njj5Z7KzG60
http://youtu.be/WzvpF6JR1cE

Viel Spaß beim Anhören! Und lasst Euch die Realität nicht vermiesen!

Herr Lothar Thürmer

10.11.2016, 12:10 Uhr

Allen Unkenrufen zum Trotz: Der Diesel hat als Übergangstechnologie zum Elektroantrieb noch nicht ausgedient. Mit moderner Abgasreinigung, großer Reichweite, geringem Verbrauch und dichtem Tankstellennetz ist er bis auf weiteres unverzichtbar. Aber richtig ist auch: Noch nie waren die Zugangsbarrieren für neue Anbieter und Technologien so niedrig wie heute. Und dieser Wandel könnte sich als disruptive Entwicklung manifestieren. Wer nicht kurzfristig Produkte der neuen Technologie anbieten kann, könnte vom Markt gänzlich verschwinden. Auch wenn er noch kurz zuvor „Klassenbester“ gewesen war. Kodak lässt grüßen. Also aufgepasst: Die Transformation stellt unsere Autoindustrie vor die größte Herausforderung seit vielen Jahrzehnten. Sie muss den Quantensprung schaffen, gleichzeitig ihre Position als Marktführer beim modernen Diesel behalten und ein gutes Gefühl für das richtige Timing entwickeln. Dann werden Autos „Made in Germany“ auch in Zukunft die Kunden auf der ganzen Welt faszinieren. Selbst wenn die Ära Trump dazu führen sollte, dass noch mehr Produktionsstandorte in die USA wandern.

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