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28.10.2013

14:53 Uhr

Handelsblatt Auto-Gipfel

„Nicht nur in Limburg investiert man in Gebäude“

VonTobias Döring

Daimler-Chef Zetsche setzt auf Expansion, und zwar nicht nur in China: „Wer traditionelle Märkte abschreibt, irrt gewaltig", sagt er. Mit Audi-Chef Stadler eint ihn nicht viel - außer dem Kampf gegen die Abgas-Regeln.

Daimler-Chef Dieter Zetsche (rechts) beim Handelsblatt Auto-Gipfel 2013. In der Mitte Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart, links Audi-Chef Rupert Stadler. dpa

Daimler-Chef Dieter Zetsche (rechts) beim Handelsblatt Auto-Gipfel 2013. In der Mitte Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart, links Audi-Chef Rupert Stadler.

MünchenDie deutsche Automobilindustrie trifft sich auf dem Handelsblatt-Autogipfel in München. Neue und alte Absatzmärkte, die Technik der Zukunft und nicht zuletzt die Politik treiben die Branche um, für die beim Auftakt am Montag im Hotel Bayerischer Hof Daimler-Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche und Audi-Chef Rupert Stadler sprachen. Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart betonte die Bedeutung der deutschen Autoindustrie in seiner Begrüßung. „Der Herzmuskel unserer Volkswirtschaft schlägt kräftiger denn je“, sagte Steingart. „Mit ihrer Technologie sind Sie im Ausland erfolgreicher als der eigene Außenminister“, wandte sich der Handelsblatt-Herausgeber an die Teilnehmer des Autogipfels.

Die Zuwächse im Ausland waren nach dieser Einleitung das erste Thema von Audi-Chef Rupert Stadler. Der Autoabsatz in Asien und der Pazifikregion werde bis zum Jahr 2020 um 50 Prozent wachsen, sagte Stadler voraus. Jeder zweite Neuwagen werde dann in Asien rollen. In China gebe es aktuell „leichte Abkühlungseffekte“, aber immer noch überdurchschnittliches Wachstum. Ernüchternd klang sein Ausblick für Westeuropa. „Der Gesamtmarkt wird sich erst zum Ende des Jahrzehnts erholt haben“.

Die zehn größten Autohersteller Europas

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,35 Millionen (-2,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,43 Millionen (- 2,0 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,56 Millionen (+5,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,62 Millionen (- 8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,64 Millionen (+ 0,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,75 Millionen (-4,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,8 Millionen (- 5,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 0,89 Millionen (+1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,11 Millionen (-10,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,49 Millionen (-2,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Dennoch bleibe Europa „in Sachen Innovation der Leitmarkt“, betonte Stadler. Daimler-Chef Dieter Zetsche stimmte seinem Konkurrenten aus Ingolstadt zu, zeigte aber auch auf, dass „Europa versus Wachstumsmärkte“ kein Gegensatz sein müsse. Daimler habe im laufenden Jahr gegen den Trend in Europa zugelegt. Seine Schlussforderung: „Wer die traditionellen Märkte abschreibt, der irrt gewaltig.“

Für ihn gelte das Motto „Sowohl als auch“. Beim Absatz müsse man auf die Wachstumsmärkte schauen, aber auch auf Europa. Bei der Technologie neue Mobilitätsformen wie das E-Auto entwickeln, aber auch am Verbrennungsmotor arbeiten, bei den Produkten sowohl erfolgreiche Kompaktwagen herstellen, als auch Premiummodelle wie die S-Klasse. Und in der Produktion schließlich müsse eben in China, aber auch in Stuttgart Geld in die Hand genommen werden. „Nicht nur in Limburg investiert man in Gebäude und Anlagen“, scherzte Zetsche in Anspielung auf den teuren Umbau des Dienstsitzes des Limburger Bischofs.

Kommentare (3)

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Zetsche_weg

28.10.2013, 15:49 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

R.B.

28.10.2013, 16:20 Uhr

seltsam über den Bischof sagt jeder was. Immerhin ist es ein fertiges und schönes Bauwerk geworden. Die Zahlen des BER und über die Verantwortlichen Wowereit und Senat in Berlin und Brandenburg schreibt niemand. Die Dimensionen der Steuerverschwendug ist im Vergleich immens.

Account gelöscht!

28.10.2013, 16:55 Uhr

Dieses Bauwerk dient aber keinem vernünftigen Zweck. Ein Flughafen hat wenigstens eine Aufgabe, die man sehen kann. Die antiken Beschwörungsformeln eines Bischofs benötigt kein Mensch. Wenn ein Teller Suppe nur einen Euro kostet, dann hätte Tebartz-van Elzt 31 Millionen davon ausgeben können und wäre niemals kritisert worden.

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