Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.11.2016

16:40 Uhr

Handelsblatt Deutschland Dinner

„Ein Stern, der glänzt“

VonMarkus Fasse, Martin-W. Buchenau

Das Handelsblatt hat seine Leser nach Stuttgart eingeladen. Beim Deutschland Dinner diskutiert Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart mit Daimler-Chef Dieter Zetsche über die Zukunft der Elektromobilität, das Silicon Valley und sein besonderes Verhältnis zu den Grünen.

Der „Turnschuh-CEO“ stellte sich den kritischen Fragen von Handelsblatt-Lesern und Herausgeber Gabor Steingart (r.).

Dieter Zetsche beim Handelsblatt Deutschland Dinner

Der „Turnschuh-CEO“ stellte sich den kritischen Fragen von Handelsblatt-Lesern und Herausgeber Gabor Steingart (r.).

StuttgartDas Mercedes-Museum in Stuttgart ist ein siebenstöckiger Bau mit hohem Geschichtsgehalt. Besucher lernen, wie aus der Pferdekutsche der Motorwagen wurde und Mercedes zu einem Symbol für Komfort und gediegenen Wohlstand. Am Dienstagabend erfuhren die rund 400 Gäste des Handelsblatt-Deutschland-Dinners viel über die Zukunft der Marke, die Marketingexperten als die teuerste in Deutschland werten.

Denn Hausherr Dieter Zetsche will den bald 130 Jahre alten Autobauer in ein neues Zeitalter führen. „Eine extreme Disruption“, sieht der Daimler-Chef im Gespräch mit Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart auf die Autoindustrie zukommen. Der Elektroantrieb, das Autonome Fahren, die Digitalisierung und neue Herausforderer wie Tesla und Google werden die etablierten Hersteller enorm unter Druck setzen. „Aber es ist gut, dass wir dieser Herausforderung aus einer Position der Stärke begegnen“, sagt Zetsche.

Die Wahrnehmung von Mercedes sei immerhin schon gedreht, glaubt der Daimler-Boss. In seinen zehn Jahren im Amt hat er einen Imagewandel angestoßen vom Design bis zum Marketing. „Die Marke wird heute mit anderen Augen gesehen – cooler würde man heute sagen“. Der Mann hat seine persönliche Transformation ja schon hinter sich. Auch beim Deutschland-Dinner trägt Zetsche blaue Jeans und seine mittlerweile obligatorischen braunen Turnschuhe. Der 63-Jährige fühlt sich offenbar so frei, wie lange nicht mehr in seinem Leben.

Es läuft ja auch: Erstmals seit einem Jahrzehnt verkauft Mercedes wieder mehr Autos als der Erzrivale BMW – 2016 deutlich mehr als die 2,1 Millionen aus dem Vorjahr. Seit wenigen Wochen ist Zetsche wieder verheiratet und seit diesem Jahr auch Großvater. Das alles kommt an bei den Handelsblatt-Lesern, die sich in langen Reihen für Selfies mit dem Daimler-Chef anstellen. Für die vielen jungen Leser, die an diesem Abend kamen, ist Zetsche in seinen Jeans und Turnschuhen ein „Rolling Stone“ der deutschen Autoindustrie – jung geblieben und mit hoher Anziehungskraft. In einer offenen Abstimmung wählten die Leser ihn zum beliebtesten Vorstandschef Deutschlands.

Vorstandschef wird er auch noch eine gewisse Zeit bleiben: Sein neuer Vertrag läuft bis Ende 2019. Bis dahin will der Daimler-Chef eine neue Unternehmenskultur durchsetzen. „Wichtiger als Technologie ist die Art, wie wir arbeiten“, sagt Zetsche. Mehrfach hat er im Silicon Valley studiert, wie erfolgreiche Unternehmen funktionieren. In Stuttgart soll nun das Projekt „Leadership 2020“ greifen. Statt wie früher sechs sollen künftig nur noch zwei Hierarchieebenen in Entscheidungen eingebunden werden. Es dürfe ja nicht sein, dass Entscheidungen „Runde für Runde gehen und am Ende darf derjenige, der am wenigsten davon verstanden hat, das Ding dann vortragen“. Eine kleine Revolution bei Daimler.

Kommentare (19)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Vinci Queri

30.11.2016, 16:49 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Account gelöscht!

30.11.2016, 17:05 Uhr

Zetsche...wenn Du weiter so machst, dann fährst Du Daimler in Zukunft mit deinen Öko-E-Mobilitätstrip gegen die Wand. Schau in die USA. Da weht mit Trump der Wind des CO2 Aufschwung!

Herr Max Marx

30.11.2016, 17:22 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×