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03.07.2011

18:02 Uhr

Handelsblatt Exklusiv

Die Bahn kommt London näher

VonKatharina Slodczyk

Die Deutsche Bahn steht kurz vor der Abgabe eines äußerst wichtigen Gutachtens. Es soll der Bahn den Weg durch den Eurotunnel freimachen.

Bald planmäßig? Der ICE im Eurotunnel. Quelle: dpa

Bald planmäßig? Der ICE im Eurotunnel.

LondonDie Bahn will ab 2013 eine Direktverbindung zwischen Köln und London anbieten. Auch Rotterdam und Amsterdam soll man von London aus mit Zügen der Bahn direkt erreichen können. Dafür muss das Unternehmen die britisch-französische Regierungskommission IGC davon überzeugen, dass zwei aneinandergekoppelte, jeweils 200 Meter lange ICE-Züge genauso sicher durch den Eurotunnel kommen wie ein durchgehender 400 Meter langer Zug. Nur die letztere Variante ist bislang für den Tunnelverkehr zugelassen.

Die Bahn hat ein Schweizer Ingenieurbüro mit dem Gutachten beauftragt. Es gebe keine Beanstandungen, sagte ein Bahn-Sprecher. Man werde das Papier in den nächsten Tagen bei der IGC einreichen. Die IGC, ein 16-köpfiges Gremium, das zu gleichen Teilen aus französischen und britischen Beamten besteht, wacht über die Sicherheitsauflagen für den Eurotunnel. Zuletzt hat die Kommission bereits eine Regel geändert: Demnach dürfen demnächst Züge mit einem über die Achsen verteilten Antrieb unter dem Ärmelkanal durchfahren. Bislang waren nur Züge mit einer Lokomotive hinten und vorne erlaubt.

Die Regeländerung hatte Eurostar, bisher der alleinige Betreiber von Hochgeschwindigkeitszügen unter dem Kanal zwischen Frankreich und Großbritannien, angestoßen. Das Unternehmen hatte im Oktober neue Fahrzeuge bei Siemens mit der neuen Antriebstechnik bestellt und damit den bisherigen Stammlieferanten Alstom aus Frankreich verprellt. Damit brachte Eurostar die französische Politik gegen sich auf und lähmte die Arbeit der IGC, des Aufsichtsgremiums für die Tunnelsicherheit. Die französischen IGC-Mitglieder zögerten eine Änderung der Sicherheitsregeln immer wieder hinaus, um Alstom zu schützen. Erst nachdem sich die Europäische Bahnaufsichtsbehörde ERA für Siemens-Züge ausgesprochen hatte, gaben sie ihren Widerstand auf.

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