Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.08.2012

18:31 Uhr

Handelsblatt exklusiv

Thyssen-Krupp zahlte Kartellverdächtigem Millionen

VonMartin Murphy

ExklusivBei der Aufarbeitung des Schienenkartells reagierte Thyssen-Krupp milde. Bereichsvorstand Uwe Sehlbach erhielt bei der Auflösung seines Vertrags 3,3 Millionen Euro, obwohl er bei internen Ermittlungen belastet wurde.

Thyssen-Krupp: Uwe Sehlbach hat die Vorwürfe stets bestritten. AFP

Thyssen-Krupp: Uwe Sehlbach hat die Vorwürfe stets bestritten.

DüsseldorfDer Industriekonzern Thyssen-Krupp hat bei der Aufarbeitung des Schienenkartells zumindest in einem Fall unerwartet milde reagiert. Obwohl Mitarbeiter bei internen Ermittlungen Bereichsvorstand Uwe Sehlbach belastet hatten, erhielt er im Juni vergangenen Jahres bei der Auflösung seines Vertrags 3,3 Millionen Euro, wie das Handelsblatt (Mittwochausgabe) unter Berufung auf die Aufhebungsvereinbarung berichtet. Der Manager war für die Sparte „Materials“ zuständig, zu der die in das Schienenkartell verwickelte GfT Gleistechnik gehört.

In Konzernkreisen wird die Zahlung damit begründet, dass es keine Alternative gegeben habe, weil Sehlbach die Vorwürfe stets bestritten habe. Seit Juli stellt sich die Lage offenbar anders dar: In einem Bußgeldbescheid des Kartellamts wird der Manager als Beteiligter des Schienenkartells benannt, sagen Konzerninsider.

Thyssen-Krupp will nun die ausgezahlten Millionen von Sehlbach zurückfordern. Notfalls werde man die Ansprüche gerichtlich durchsetzen, hieß es in den Konzernkreisen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×