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24.01.2007

15:02 Uhr

Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft

Fusionswelle bei den Versorgern rollt unaufhaltsam

VonJürgen Flauger

Die Fusionswelle in der europäischen Energiebranche wird sich nach Einschätzung führender Branchenexperten fortsetzen. „Ich bin überzeugt, dass die Fusionsanläufe, die wir gerade mit Eon-Endesa, GdF-Suez und Iberdrola-Scottish Power erleben, noch nicht ihr Ende gefunden haben“, sagte Pierre Lederer, Vorstandsmitglied bei Energie Baden-Württemberg (EnBW) am Mittwoch in Berlin auf der „Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft“: „Der wirtschaftliche Druck treibt die Unternehmen zu diesen Fusionen.“

BERLIN. Nach einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Price-Waterhouse-Coopers (PWC) hat die Konzentrationswelle in der internationalen Strom- und Gasindustrie einen neuen Höhepunkt erreicht. Weltweit lag das Volumen der angekündigten Käufe und Verkäufe mit knapp 300 Mrd. Dollar um ein Drittel höher als noch ein Jahr zuvor. Innerhalb von drei Jahren hat es sich fast versiebenfacht. Besonders dynamisch ist die Entwicklung in Europa mit den spektakulären Fusionsplänen von Eon mit der spanischen Endesa und den französischen Energiekonzernen Gaz de France und Suez. Hier boten die Konzerne der Branche alleine rund 191 Mill. Dollar. Nach Einschätzung des PWC-Energieexperten Manfred Wiegand wird sich dieser Trend fortsetzen. „Die Entwicklung an den internationalen Energiemärkten wird auch 2007 genügend Raum für weitere Konsolidierung bieten.“

Nach den Worten von Stephan Scholtissek, Chef von Accenture in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wird die Entwicklung durch zahlreiche regionale und globale Herausforderung getrieben: Geringe Zuwachsraten auf den Heimatmärkten von 0,5 bis 1,5 Prozent, dem Kampf um Energieressourcen oder den steigenden Ressourcendruck durch die Regulierung der Energiemärkte. Speziell der europäische Binnenmarkt bietet den Energiekonzernen neue Risiken aber auch Chancen.

Für deutsche Versorger sieht Scholtissek zwei erfolgversprechende Strategie: Zum einen die Positionierung als Global Player – das Erschließen neuer Wachstumsmärkte und die Diversifizierung der Bezugsquellen. Zum anderen die Konzentration auf Kernregion und Kerngeschäft.

Energie-Manager sind laut EnBW-Vorstand Lederer auf neue Herausforderungen nur ungenügend vorbereitet: „Die Gruppen der EdF, Eon und RWE sind zwar bereits europaweit tätig. Ein integriertes Agieren, auch über nationale Grenzen, steckt jedoch noch in den Anfängen.“ Die Konzerne müssten Grundlagenarbeit leisten, um überhaupt „als europäische Unternehmen agieren zu können“.

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