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28.01.2010

12:38 Uhr

Handyhersteller

Nokia legt beim Marktanteil wieder zu

Nokia verbreitet bei der Vorlage der Quartalszahlen Optimismus: Der Handyhersteller schöpft zu Jahresbeginn neue Hoffnung. Nach mehreren Monaten schafften es die Finnen im Schlussquartal 2009, ihren Marktanteil wieder leicht zu steigern

Nokia-Chef Kallasvuo hat wieder positive Nachrichten zu vermelden. Quelle: Reuters

Nokia-Chef Kallasvuo hat wieder positive Nachrichten zu vermelden.

hst. STOCKHOLM. Der finnische Handy-Konzern Nokia ist immer wieder für Überraschungen gut: Schon öfter von Experten auf der Verliererstraße gesehen, kommt der weltgrößte Hersteller von Mobiltelefonen immer wieder zurück. Gestern meldete der Branchenprimus deutlich über den Erwartungen liegende Zahlen für das vierte Quartal. Außerdem gewann Nokia Marktanteile auch im derzeit hart umkämpften Segment der multimediafähigen Smartphones zurück.

Ein in diesen Zeiten selten gewordenes Kursfeuerwerk war die Folge: Zeitweise schoss die Nokia-Aktie an der Börse in Helsinki um 13 Prozent nach oben. Im Laufe des Tages pendelte sie sich dann bei einem Plus von rund zehn Prozent ein. „Fast alles sieht besser aus als erwartet“, sagte Greger Johansson vom Stockholmer Marktforschungsunternehmen Redeye. „Das gilt für die Handy-Sparte, aber auch für die System-Seite“, sagte der Experte.

Tatsächlich übertraf auch das angeschlagene Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) die Erwartungen im vierten Quartal und präsentierte ein Betriebsergebnis von 17 Mio. Euro. Im Vorjahr schrieb der Mobilfunknetz-Ausrüster mit einem Minus von 179 Mio. Euro noch tiefrote Zahlen. Der Umsatz fiel auf 3,6 (4,3) Mrd. Euro.

Smartphones sind Schlüssel zum Erfolg

Für Nokia ist allerdings das Geschäft mit Mobiltelefonen deutlich wichtiger. Und hier holte sich das Unternehmen an Konkurrenten wie Apple, RIM und HTC verlorene Marktanteile zurück: Im vierten Quartal lag der Weltmarktanteil nach Angaben von Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo bei 39 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt mehr als noch im dritten Quartal. Für das Gesamtjahr bezifferte Kallasvuo den Marktanteil auf 38 Prozent, 2008 hatte er bei 39 Prozent gelegen.

Besonders überraschend war für die meisten Experten, dass Nokia auch im stark umkämpften und äußerst lukrativen Smartphone-Markt wieder zulegen konnte. Im vierten Quartal lag der Marktanteil bei 40 Prozent, ein Jahr zuvor waren es nur 31 Prozent gewesen. David Halldén, Analyst bei der HQ Bank in Stockholm, bezeichnete den wiedererstarkten Marktanteil bei den Smartphones als „Schlüssel zum Erfolg“.

Der finnische Konzern hatte zuletzt gerade in diesem Segment Federn lassen müssen: Apple mit seinem iPhone, RIM mit dem Blackberry und die Google-Handys von HTC und anderen Anbietern machten Nokia zu schaffen, weil der Konzern den durchschlagenden Erfolg der Touchscreen-Geräte falsch eingeschätzt hatte. Erst spät kam Nokia mit eigenen Geräten in dieser Kategorie auf den Markt. Obwohl die Smartphones am gesamten Handymarkt nur einen relativ kleinen Anteil von rund 20 Prozent haben, wird mit ihnen das Geld verdient. Nokia-Chef Kallasvuo weiß das und hat bereits vor geraumer Zeit den Hebel umgelegt: Der Entwicklung neuer Smartphones auch für andere Betriebssystemen als die hauseigene Symbian-Plattform wurde höchste Priorität gegeben. Denn in diesem Segment gibt es trotz Wirtschaftskrise Wachstum: Während in Europa im vergangenen Jahr rund elf Prozent weniger „normale“ Handys verkauft wurden, konnten Apple, RIM, das Google-Handy mit dem Android-Betriebssystem, Samsung, LG und Nokia ein Viertel mehr Smartphones im Vergleich zum Vorjahr absetzen.

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