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26.09.2011

12:07 Uhr

Hannes Kuhn

Solar Millennium-Gründer tritt wegen „Hetzjagd“ zurück

Hannes Kuhn tritt als Aufsichtsratsmitglied von Solar Millennium zurück. Kuhn will damit eine angebliche mediale "Hetzjagd" auf ihn beenden. Sein Unternehmen kommt nicht zur Ruhe. Und dann ist da noch der Fall Claassen.

Die Kollektorenfläche eines solarthermisches Kraftwerks von Solar Millennium. dpa/picture alliance

Die Kollektorenfläche eines solarthermisches Kraftwerks von Solar Millennium.

ErlangenDer Solarkraftwerk-Hersteller Solar Millennium kommt nicht zur Ruhe. Firmengründer Hannes Kuhn hat seinen sofortigen Rücktritt als Aufsichtsratsmitglied erklärt. In einer schriftlichen Mitteilung teilte Kuhn mit, er wolle mit seinem Rücktritt die „mediale Hetzjagd“ gegen seine Person beenden, die inzwischen auch seine Familie und seine Privatsphäre erfasst habe.

Er hoffe, dass seine Entscheidung dazu beitrage, die öffentliche Auseinandersetzung um seine Person zu beenden. Diese belaste nicht nur ihn selbst, sondern auch das Unternehmen und dessen Belegschaft, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Eine persönliche Stellungnahme lehne Kuhn ab, teilte ein Sprecher mit. Gegen Kuhn ermittelt die Staatsanwaltschaft unter anderem wegen Insidergeschäften beim Handel mit Solar Millennium-Aktien.

Nach verschiedenen Strafanzeigen laufen bei der Staatsanwaltschaft in Nürnberg Vorermittlungen gegen Kuhn wegen des Verdachts auf Untreue und Insiderhandel. Beide Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit der Verpflichtung von Kurzzeit-Manager Utz Claassen. Dieser hatte nach 74 Tagen seinen Hut als Vorstandschef bei dem Unternehmen genommen, jedoch seine Antrittsprämie von neun Millionen Euro behalten.

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Claassen beansprucht neben der Antrittsprämie auch eine Abfindung von 4,16 Millionen Euro zuzüglich 2,96 Millionen Euro anstelle ihm zugesagter Aktienpakete. Derzeit läuft deswegen ein Zivilverfahren von Claassen gegen Solar Millennium vor dem Landgericht Nürnberg.

Ein weiteres Vorermittlungsverfahren gegen Kuhn wegen des Verdachts der Bilanzmanipulation wurde eingestellt, wie die Nürnberger Staatsanwaltschaft mitteilte.

In seiner Stellungnahme erklärte Kuhn weiter, die gegen ihn in den vergangenen Monaten erhobenen Vorwürfe in Form von „zahllosen, systematisch und vorwiegend anonymen“ Strafanzeigen seien haltlos und unbegründet. Er forderte die Medien auf, zu einem „fairen und sachlich ausgewogenen Umgang“ mit der Solar Millennium AG zurückzukehren. Das Unternehmen brauche für die Phase der Neuausrichtung Ruhe, um sich an veränderte Marktgegebenheiten anpassen zu können.

Der Vorstand erklärte, er erwarte, dass die persönliche Entscheidung Kuhns dazu beitrage, die für das Unternehmen, seine Belegschaft und Kuhn selbst sehr belastende öffentliche Auseinandersetzung um seine Person zu beenden. Über einen Nachfolger werde zur „gegebener Zeit“ informiert.

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