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10.04.2013

12:31 Uhr

Hannover Messe

„Industrie 4.0“ muss sich erst beweisen

Auf der Hannover Messe feiert die Branche ihre Wortschöpfung „Industrie 4.0“ als Speerspitze des Fortschritts. Doch der umjubelte Schmelztiegel aus Produktion und IT ist so neu gar nicht, meint Bosch-Leiter Struth.

Werner Struth, Geschäftsführer der Bosch GmbH. Bild: www.bosch-presse.de

Werner Struth, Geschäftsführer der Bosch GmbH.

Bild: www.bosch-presse.de

HannoverDie in der Branche als Umwälzung gefeierte „Industrie 4.0“ muss ihre historische Bedeutung nach Überzeugung des Technologieriesen Bosch erst noch beweisen. „Diese Erhebung in den Adelsstand einer "industriellen Revolution" hat es bisher immer erst rückblickend gegeben. Die mit dem Thema verbundenen Erwartungen sind sicherlich hoch“, sagte Bosch-Geschäftsführer Werner Struth der Nachrichtenagentur dpa auf der weltgrößten Industrieschau Hannover Messe. Zwar sei die „Industrie 4.0“ sehr vielversprechend, sie müsse ihren Leistungsnachweis aber erst noch erbringen, meinte Struth.

Der Begriff umschreibt die zunehmende Vernetzung der Industrie. Mit ihr wähnt sich die Branche nach Dampfmaschine, Massenproduktion und Automatisierung in einer neuen, vierten industriellen Revolution.

Struth sagte: „Es gibt viele Merkmale von "Industrie 4.0", die bereits heute in gewissem Umfang angewendet werden. Dass ein Werkstück eine Individualität hat - und ein Anlagenleitrechner weiß, was dieses Werkstück ist, was mit ihm in der Vergangenheit passiert ist und was künftig noch passieren soll - das gibt es schon seit 25 Jahren. Das ist alles nicht neu.“ Neu sei, dass das Werkstück künftig dieses Wissen mit sich selbst herumtragen kann, sagte der promovierte Maschinenbauer, der in der Chefetage des Technologieriesen unter anderem über die Entwicklung der Fabriken von morgen wacht.

In Teilen der Industrie habe es schon in der Vergangenheit Lösungen gegeben, die dem Gedankengut „4.0“ entsprechen. „Aber: Das war eben auf einzelne Segmente beziehungsweise einzelne Systeme beschränkt, gewissermaßen Insellösungen.“ Früher seien diese Inseln in der Regel ohne Anknüpfungen gewesen. „Datentechnik wie RFID-Chips, also Mini-Sender, bieten jetzt die Möglichkeit, vermehrt Daten zu erfassen und wertstromübergreifend ganze Produktionseinheiten abzubilden. Ich kann mir vorstellen, dass man das vom Zulieferer bis zum Kunden macht“, berichtete der 1956 in Koblenz geborene Manager.

Bosch leiste das in seinem Homburger Werk bereits. „Selbst in den Kisten, die zum Kunden gehen, liegen RFIDs, die beschreiben was genau drin ist, und sobald der Kunde eine Kiste leert, löst das elektronisch bei uns einen Auftrag zur Nachproduktion aus.“

Von

dpa

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

10.04.2013, 12:54 Uhr

Gratulation zu Industrie 4.0
..wenn man sich die Projekte anschaut, geht es eindeutig in die Richtung den Menschen abzuschaffen, selbst die Wartung wird von einem Cyborg dann gemacht..was sollen die Menschen dann noch hier machen wenn Maschinen das komplette Programm übernehmen sollen.

HofmannM

10.04.2013, 12:56 Uhr

Die Frage wird sein, wie flexibel bin ich dann noch in so einen eingebunden Produktionswege Netz noch?! Nicht alles was vernetzbar ist, ist auch gleichzeitig von Vorteil! Besonders dann nicht, wenn ich schnell und flexibel auf bestimmt Marktereignisse (Wettbewerb) reagieren muss. Auch hat der geringste Fehler in so einen Produktionsverbundsnetz fatale Kosten und Zeitmehraufwand zur Folge.

Socke

10.04.2013, 18:03 Uhr

Natürlich die Steuern für uns bezahlen, weil wir dadurch dann das bedingungslose Grundeinkommen beziehen, egal ob wir arbeiten oder nicht.

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