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28.03.2011

06:50 Uhr

Hannover Messe

Wie eine XXL-Schau entsteht

VonRegine Palm

Im April bittet die Hannover Messe zur weltweit größten Schau der Industrie. Das Handelsblatt begleitete erstmals die sonst vertrauliche Vorbereitung des Mega-Events. Der Optimismus ist groß.

Aufbau der Gondel einer Windkraftanlage von Enercon auf der Hannover Messe. Quelle: PR

Aufbau der Gondel einer Windkraftanlage von Enercon auf der Hannover Messe.

HannoverAlles ist XXL. Riesige Rollen Teppichboden warten auf ihre Verlegung. Gabelstapler bewegen meterlange Stahlträger von der einen Ecke der Messehalle 4 in die andere. Berge großer Kisten müssen dort ebenso wie in den anderen Hallen entladen werden. Kurz vor dem Start der Hannover Messe herrscht scheinbar Chaos. Doch die größte Industrieschau der Welt läuft nach strengen Plänen ab; alle ziehen an einem Strang. Nach Problemen in den Vorjahren soll die Hannover Messe wieder ein voller Erfolg werden.

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, stimmt Wolfram von Fritsch, Chef des Ausrichters Deutsche Messe AG, seine Mannschaft ein. Rund 50 leitende Mitarbeiter breiten sich in den schwarzen Ledersesseln und -sofas in der Hermes Lounge aus. Hoch oben in der 18. Etage des Messeturms haben sie nicht nur optisch einen hervorragenden Überblick über das Messegelände.

Nicht XXL, sondern haarklein werden die Details der bevorstehenden Veranstaltung besprochen. Dicke Mappen mit Unterlagen und stapelweise Papier bedecken daher die niedrigen schwarzen Holztische. Es ist die entscheidende Sitzung vor dem Start der wichtigsten Industriemesse, die vom 4. bis 8. April stattfinden wird. Jedes Ressort erstattet Bericht, sagt, wo es gut läuft oder hakt – normalerweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit. „Es ist die letzte Möglichkeit, Probleme anzusprechen“, sagt Geschäftsbereichsleiter Oliver Frese.

Denn der Erfolg ist nicht garantiert. Vor wenigen Jahren wurde der Messe als „Auslaufmodell“ sogar ihr Ende prophezeit. Von Besucher- und Ausstellerschwund war die Rede. Die Hannoveraner haben gegengesteuert und dem gesamten Messeplatz ein hartes Sanierungsprogramm verordnet. Dazu zählen der Aufbau neuer Auslandsmessen ebenso wie die Optimierung des Geländes oder der neue Internetauftritt. Auch die Hannover Messe wurde auf Vordermann gebracht und setzt seit 2009 unter anderem auf das Thema Windkraft. Neu in diesem Jahr ist der Ausstellungsschwerpunkt „Metropolitan Solutions“ – die Verbindung von Industrielösungen zu privatwirtschaftlichen Anwendungsbereichen.

Gegen einige der zurückliegenden Probleme gibt es indes kein Rezept. Dass die Zahl der Besucher 2010 um rund 50 000 eingebrochen ist, lag vor allem an den Flugverboten nach dem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull (siehe Pleiten, Pech & Pannen). Und ein Jahr zuvor hatte die Industrieschau noch mit den Nachwirkungen des Konjunktureinbruchs zu kämpfen.

In diesem Jahr ruht der Optimismus auf einer solideren Basis: Der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau lag laut VDMA bereits zu Beginn dieses Jahres um real 46 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahrs. Das Inlandsgeschäft hat nach Angaben des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) im Vergleich zur Vorjahreszeit um 53 Prozent zugenommen, die Auslandsnachfrage um 42 Prozent. Die Produktion soll daher um zehn Prozent wachsen.

Die Vorzeichen sind damit für die wichtige Industrieschau positiv. Insgesamt sind 24 Hallen mit einer Fläche von fast 230 000 Quadratmetern belegt. Damit stößt die Messe an die Grenzen dessen, was in Hannover überhaupt möglich ist. Erwartet werden 6 560 Aussteller aus 65 Nationen und über 200 000 Besucher. „Es wird die größte Hannover Messe der letzten zehn Jahre“, sagt von Fritsch.

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