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12.01.2011

16:54 Uhr

Harles & Jentzsch

Möglicher Verursacher des Dioxin-Skandals ist pleite

Der Dioxin-Skandal hat massive Folgen für Harles & Jentzsch: Der Futterfett-Lieferant aus Uetersen in Schleswig-Holstein hat Insolvenz angemeldet.

Polizei-Auto bei Harles & Jentzsch: Der Futterfett-Lieferant hat Insolvenz angemeldet. Quelle: Reuters

Polizei-Auto bei Harles & Jentzsch: Der Futterfett-Lieferant hat Insolvenz angemeldet.

HB BERLIN. Der mutmaßliche Verursacher des Dioxin-Skandals ist für finanzielle Folgen voraussichtlich nicht mehr haftbar zu machen. Die Futterfettfirma Harles und Jentzsch aus Schleswig-Holstein meldete am Mittwoch beim Amtsgericht Pinneberg Insolvenz an, wie eine Sprecherin des Landgerichts Itzehoe bestätigte. Der Futtermittelproduzent steht im Verdacht, mit Dioxin belastete Industriefette als Futterfette in Verkehr gebracht zu haben.

Das Fleisch damit gefütterter Schweine ist möglicherweise doch verkauft worden. „Leider ist nicht auszuschließen, dass mit Dioxin belastetes Fleisch in den Handel gelangt ist“, sagte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums in Hannover. Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) verlangte von Niedersachsen Aufklärung, warum noch am Vortag das Gegenteil versichert worden war.

In einem Betrieb im Landkreis Verden war bei einer Probeschlachtung eine um 50 Prozent über dem Grenzwert liegende Dioxinbelastung festgestellt worden. Noch kurz vor der Sperrung habe der Betreiber, der auch Futtermittelhersteller ist, Schweine schlachten lassen, sagte die Sprecherin. Nach Angaben des Landkreises Verden wurden insgesamt 150 Schweine geschlachtet und ihr Fleisch verkauft.

Die schleswig-holsteinische Landwirtschaftsministerin Juliane Rumpf (CDU) sagte vor dem Agrarausschuss des Kieler Landtags, es sei noch immer unklar, wie das Dioxin in das Viehfutter gekommen sei. „Wir haben keine konkrete Quelle im Verdacht.“ Das im Futterfett der Firma Harles und Jentzsch vorgefundene Dioxinmuster sei den Experten unbekannt. „Es grenzt sich aber ein auf einen Eintragungspfad“, sagte Ministerin.

Kommentare (6)

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Denkerist

12.01.2011, 18:55 Uhr

Damit sind die Unternehmenseigner aus dem Schneider und können eine neue Firma gründen, die genauso arbeitet.

Von der Politik ist das nichts zu erwarten, was diesen verbrechern das Handwerk legt.

Weiter so und guten Appetit!

Wolfgang

12.01.2011, 19:39 Uhr

bevor irgendjemand schadensersatz verlangen kann, wird in die insolvenz gegeangen, nachdem wahrscheinlich die Konten gepluendert worden sind. ich hoffe, die Eigner werden belangt und die Regierungen fuer ihre Untaetigkeit auch

Das ist unser Deutschland

12.01.2011, 21:03 Uhr

wäre es nicht aufgedeckt worden, hätte man munter weiter kassiert. Jetzt wo man erwischt wird, geht man in den insolvenz, überschreibt alles der Frau , geht noch zum Pfarrer beichten und der Fall ist erledigt!
Kein Verantwortungsbewusstsein, so kanns in Deutschland nur noch bergab gehen.Der Aufschwung war durch eher nur der Ausgleich zum vorigen Abschwung!
Man hätte die Tsunami auch so verkaufen können, 200.000 Tote, aber die Sonne hat gescheint und nun hat man wieder Aufbauarbeit zu leisten.
Mann wie Hirnverbrannt man langsam wird und mit 60 Sabbeln wir wahrscheinlich nur noch?

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