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18.08.2016

18:34 Uhr

Harley-Davidson zahlt Millionenstrafe

Abgas-Affäre erreicht US-Traditionshersteller

Nicht nur VW, auch der US-Motorradhersteller Harley-Davidson hat bei Abgasmessungen getrickst. Das kostet den Konzern nun rund 15 Millionen Dollar. Ein Schuldeingeständnis sei die Zahlung jedoch nicht, so der Konzern.

Mit Harley-Davidson geriet nun ein US-Traditionshersteller ins Visier der US-Umweltbehörde. AP

Traditionshersteller

Mit Harley-Davidson geriet nun ein US-Traditionshersteller ins Visier der US-Umweltbehörde.

ChicagoKnapp ein Jahr nach Beginn des Volkswagen -Abgasskandals hat die US-Umweltbehörde EPA den heimischen Motorradhersteller Harley-Davidson nach eigenen Angaben ebenfalls bei Tricksereien erwischt. Das Justizministerium teilte am Donnerstag mit, das Unternehmen habe einer Strafzahlung von zwölf Millionen Dollar sowie einem Beitrag von drei Millionen Dollar für Projekte zur Luftreinhaltung zugestimmt. Die EPA wirft dem BMW -Konkurrenten aus Milwaukee demnach vor, 340.000-mal eine illegale Software verkauft zu haben, mit der der Abgasausstoß über das erlaubte Maß hinaus zunimmt.

Harley-Davidson erklärte, bei dem Vergleich handele es sich um kein Schuldeingeständnis. Das beanstandete Programm „Pro Super Tuner“ sei für Motorradrennen und nicht für den Einsatz auf öffentlichen Straßen konzipiert.

Bei dem Unternehmen läuft es seit einiger Zeit nicht ganz rund. So nimmt bereits die US-Verkehrsaufsicht nach Beschwerden über Bremsprobleme 430.000 Motorräder unter die Lupe. Eine schwächere Nachfrage auf dem Heimatmarkt schmälerte zudem zuletzt den Quartalsgewinn.

Von den VW-Abgasmanipulationen sind weltweit bis zu elf Millionen Diesel-Autos betroffen.

Motoren, Modelle und Marken im VW-Abgas-Skandal

Motoren

Laut VW ist der Dieselmotor mit der Bezeichnung EA 189 Kern des Problems. Er wurde bei etlichen Marken eingesetzt, erfüllt die EU-Abgasnorm Euro 5 und wird mit 1,2, 1,6 und 2,0 Litern Hubraum angeboten. Betroffen vom Stickoxid-Skandal sind die Baujahre 2009 bis 2014.

Der Rückruf läuft

Schon ab dem 29. Februar sollte eigentlich der Rückruf der großen 2,0-Liter-Antriebe mit Varianten des Passat und Audi A4 anlaufen, zuvor hatte die Aktion für den Pick-up Amarok begonnen. Für den A4 mit Schaltgetriebe gab es – ebenso wie für den A5 und Q5 sowie den Seat Exeo mit gleichem Motor – bereits die Genehmigung des Kraftfahrt-Bundesamts. Für Passat, CC und Eos liegt sie nun auch vor.

So geht es weiter

Zum kleinen 1,2-Liter-Motor hatte VW in einem Kundenbrief zunächst einen Beginn der Werkstatt-Aktionen ab dem 30. Mai angekündigt. Dieser Teil werde aber erst „verzögert anlaufen“, hieß es jetzt. Die mittelgroßen 1,6-Liter-Aggregate sollten laut bisheriger Planung ab dem 5. September zurück, dabei soll neben einem Software-Update ein Bauteil eingesetzt werden. In den USA sind auch 3,0-Liter-TDI-Autos unterwegs, die ein nach US-Recht verbotenes Programm enthalten.

Betroffene VW-Pkw

Bei der Kernmarke VW-Pkw sind unter anderem der Golf der sechsten Generation, der Passat der siebten Generation und der Tiguan der ersten Generation betroffen.

Betroffene Audi-Modelle

Die Software steckt auch in Modellen der Reihen A1, A3, A4 und A6 sowie Q3 und Q5 der Oberklasse-Tochter Audi.

Sonstige Modelle

Dieselmotoren, die bei Skoda und Seat verwendet wurden, fallen ebenfalls unter den Abgas-Skandal. Bei den leichten VW-Nutzfahrzeugen sind ältere Ausgaben des Caddy und Amarok betroffen. Die in den USA unzulässige Software der 3-Liter-Diesel findet sich im VW Touareg und Porsche Cayenne sowie in den Audi-Modellen Q5, Q7, A6, A7 und A8.

Marken

VW-Chef Matthias Müller gab im vergangenen Oktober an, dass weltweit rund 5 Millionen Autos der Hauptmarke VW-Pkw von der Affäre betroffen sind. Hinzu kommen etwa 2,1 Millionen Audis, 1,2 Millionen Skodas, 700.000 Seats sowie 1,8 Millionen leichte Nutzfahrzeuge.

Von

rtr

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