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15.06.2012

14:43 Uhr

Harsche Kritik

Lammert nennt Piëch einen „Außerirdischen“

VW-Patriarch Ferdinand Piëch verstoße gegen Regeln der guten Unternehmensführung und verhalte sich wie ein „Außerirdischer“, sagt Bundestagspräsident Norbert Lammert. Die VW-Zentrale weist die Kritik empört zurück.

VW-Patriarch Ferdinand Piëch steht in der Kritik. dapd

VW-Patriarch Ferdinand Piëch steht in der Kritik.

Wolfsburg/BerlinIn seinem Unternehmen ist er der unangefochtene Leitwolf. Doch in der Öffentlichkeit eckte VW-Patriarch Ferdinand Piëch mit seinem eigenwilligen Führungsstil zuletzt häufiger an. Sein jüngster Kritiker: Bundestagspräsident Norbert Lammert. Vor 200 Teilnehmern bei einem Treffen der Deutschen Corporate-Governance-Kommission griff Lammert den 75-jährigen Piëch direkt an. Der VW-Patriarch setze sich über alle firmeninternen Regeln für gute Unternehmensführung hinweg - als sei er ein „Außerirdischer“.

Die genehmigten Vorstandsvergütungen seien nicht nachvollziehbar gestaltet. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass die Gehälter der Vorstände nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis zu den Gehältern der Belegschaft stehen, betonte Lammert. Auch mit der Wahl von Piëchs Ehefrau Ursula in den VW-Aufsichtsrat geht der Politiker hart ins Gericht. Sie sei nicht den unabhängigen Mitgliedern des Aufsichtsrates zuzuordnen und trage damit nicht dazu bei, das Vertrauen der Anleger zu stärker.

Volkswagen hält die Verbalschelte für maßlos überzogen - und konterte mit ungewöhnlich harschen Worten. „Das Einzige, was außerirdisch ist, sind die absolut mangelhaften Sachkenntnisse von Herrn Lammert“, sagte Kommunikationschef Stephan Grühsem. „Erst informieren, dann reden. Diese Reihenfolge scheint in der Politik nicht mehr zu gelten.“
Der Autoriese verweist auf eigene Selbstverpflichtungen. Damit meine es das Unternehmen sehr ernst, heißt es. Die Regelungen haben allerdings keinen rechtsverbindlichen Charakter. Es handelt sich um Empfehlungen wie in anderen Konzernen, die sich Leitlinien zur sogenannten Corporate Governance geben.

Piëch ist nach wie der wichtigste Mann im VW-Konzern. Zu den Markenzeichen des 75-Jährigen, der wichtige Grundlagen für den heutigen Weltkonzern VW schuf, gehören einsame Personalentscheidungen. Außerdem galt er vor allem während seiner Zeit als Vorstandschef als wenig zimperlich, Top-Manager zu feuern.

Kommentare (37)

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Karim

15.06.2012, 12:35 Uhr

Liebes Handelsblatt,
leistet euch doch bitte einen Praktikanten, der eure Online-Beiträge noch einmal korrektur liest, bevor ihr sie veröffentlicht. Nur weil der Content bislang bezahlfrei bleibt - dafür danke! - müssen doch nicht Rechtschreibung und Grammatik auf der Strecke bleiben!

Scharfrichter

15.06.2012, 12:50 Uhr

Einen Außerirdischen? Man könnte ihn auch einen Unmoralischen nennen. Sein Lebensweg ist gepflastert mit Skandalen und Aktionen, die jegliche Fairness gegenüber den Rest-Aktionären vermissen lassen. Erst jüngst die Anhebung des Preises für Porsche: Der Übernehmer VW wird von Porsche/Piech (AR) wird verpflichtet, für die Übernahme von von Porsche den abgebenden (Porsche/Piech) einen höheren Preis zu zahlen. Interessenskonflikte?
Gibt es bei P. offenbar nicht.

Account gelöscht!

15.06.2012, 12:59 Uhr

Lammert for President!!!

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