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20.01.2004

13:45 Uhr

Hauptverband der Deutschen Bauindustrie

Hoffnung nach neun Jahren Krise

Das deutsche Baugewerbe wird nach Einschätzung des Branchenverbandes HDB im laufenden Jahr die Talsohle erreichen. Nach jahrelanger Krise hat sich zum Jahreswechsel die Stimmung etwas gebessert.

HB BERLIN. Nach neun Jahren der Krise habe die Branche gute Chancen, 2004 „die konjunkturelle Talsohle endlich zu erreichen“, erklärte der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) am Dienstag in Berlin. „Wir sind jetzt durch das Tal der Tränen durch. Schlechter kann es nicht mehr werden“, sagte Verbandspräsident Ignaz Walter. Zum Jahreswechsel habe sich die Stimmung etwas gebessert. Für das laufende Jahr sei aber noch ein Umsatzminus zwischen ein und zwei Prozent zu erwarten. Beim Beschäftigungsabbau geht der Verband zwar von einer weiteren Verlangsamung aus, rechnet aber nicht vor Ende 2005 mit einer Stabilisierung. 2004 werde die Branche im Jahresschnitt noch 780 000 Arbeitsplätze zählen und damit 4,4 Prozent weniger als 2003.

Die Prognosen des HDB, der vor allem die Bauindustrie vertritt, decken sich weitgehend mit den Schätzungen des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB). Der überwiegend mittelständisch orientierte ZDB rechnet ebenfalls mit einem Umsatzminus von zwei Prozent in diesem Jahr und einem Rückgang der Bauinvestitionen von einem Prozent. Im abgelaufenen Jahr ging die Zahl der Stellen nach HDB-Schätzungen um 7,3 Prozent auf 816 000 zurückgegangen. Der baugewerbliche Umsatz im Bauhauptgewerbe, also einschließlich der kleineren Betriebe mit weniger als 20 Mitarbeitern, sei 2003 voraussichtlich um rund 3,5 Prozent zurückgegangen.

Trotz der nach wie vor schlechten Wirtschaftsdaten blicken die deutschen Bauunternehmer nach HDB-Angaben etwas optimistischer in die Zukunft. 60 Prozent der Unternehmer rechneten für das Schlussquartal 2003 und für das erste Quartal 2004 mit einer Verbesserung, zumindest aber mit einer Stabilisierung der Geschäftslage. Fast genau so viele Unternehmer bezeichneten ihre Geschäftslage schon jetzt als gut oder befriedigend, hieß es. „Es geht ganz, ganz langsam aufwärts“, sagte Walter. Allein der so genannte Arbeitstageeffekt - 2004 stehen bis zu fünf Arbeitstage mehr zur Verfügung als im Vorjahr - liefere im laufenden Jahr rund 1,7 Prozent mehr Umsatz. Ohne diesen Effekt läge das Umsatzminus im Gesamtjahr entsprechend bei mehr als drei Prozent.

Die Debatte um die Abschaffung der Eigenheimzulage hat dem HDB zufolge bei vielen kleinen Betrieben zu einer Sonderkonjunktur geführt. Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten hätten ihren Umsatz im Wohnungsbau in den ersten zehn Monaten 2003 um 3,2 Prozent zum Vorjahr steigern können. Mit Blick auf die im Frühjahr bevorstehende Osterweiterung der EU sagte Walter: „Die Struktur der deutschen Bauwirtschaft verändert sich in wenigen Jahren total.“ Viele deutsche Unternehmen würden ihr Geschäft aufgeben, verstärkt als Generalunternehmer oder Dienstleister auftreten oder mit osteuropäischen Töchterfirmen in Deutschland arbeiten.

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