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05.05.2011

16:21 Uhr

Hauptversammlung

Aktionäre fordern von Eon-Chef Teyssen klare Kante

Anders als Jürgen Großmann vor zwei Wochen bei RWE konnte Eon-Chef Johannes Teyssen weitgehend störungsfrei auf der Eon-Hauptversammlung reden. Trotzdem gab es Kritik: Er sei in der Atomdebatte zu weich.

Eon-Chef Teyssen auf dem Podium: "Fordern Sie unser Geld zurück! Klagen Sie!" Quelle: Reuters

Eon-Chef Teyssen auf dem Podium: "Fordern Sie unser Geld zurück! Klagen Sie!"

EssenTrillerpfeifen, Transparente und ein Kraftwerk aus Pappe: Mit lautstarken Protesten haben rund 50 Atomkraftgegner und Umweltschützer am Donnerstag die Hauptversammlung des größten deutschen Kernkraftbetreibers Eon gestört. Die Aktivisten versammelten sich vor dem Eingang der Essener Grugahalle und empfingen Aktionäre mit Pappnasen, Luftschlangen, Pfiffen und "Abschalten!"-Bannern. Konzernchef Johannes Teyssen forderten die Demonstranten zum sofortigen Ausstieg aus der Kernenergie und zu massiven Investitionen in erneuerbare Energien auf.
Doch vor den Aktionären zeigte sich ein anderes Bild. Zwar gab es auch dort atomkritische Stimmen. Viele verlangten von Teyssen aber das genaue Gegenteil: klare Kante in der Atomdebatte.

Der Eon-Chef bediente die Erwartungen: Für den Fall eines vorzeitigen Ausstiegs aus der Atomenergie kündigte er eine härtere Gangart an. Bei einer langfristigen Neuausrichtung der Energiepolitik werde er die Ansprüche der Aktionäre auf den Schutz ihres Vermögens wahren, betonte der Manager. Notfalls werde Eon gegen die seit diesem Jahr geltende Brennelementesteuer vor Gericht ziehen. "Für eine Klage sprechen gute Gründe." Denn wer sofort aussteigen wolle, könne nicht auch noch Steuern verlangen, sagte er in Richtung der Regierung: "Wer keine Brücke will, kann auch keine Brückenmaut nehmen."

Durch eine Stilllegung von Meilern sieht der Konzern seine Gewinnprognose gefährdet. "Alle unsere Aussagen müssen bis auf weiteres auf der Annahme beruhen, dass nach dem Moratorium der Weiterbetrieb unserer sicheren Kernkraftwerke möglich ist", erläuterte der 51-Jährige, der seit einem Jahr den größten deutschen Versorger führt. Konkurrent EnBW hat seinen Ausblick bereits gesenkt, RWE stellt seine Mittelfristziele auf den Prüfstand. Teyssen bekräftigte unter Vorbehalt, dass Eon im laufenden Jahr einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zwischen 11,2 bis 11,9 (Vorjahr: 13,3) Milliarden Euro und 2013 das Ergebnisniveau von 2010 anpeilt.

Eon ist der größte Akw-Betreiber in Deutschland. Wegen des Moratoriums von Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der Konzern die Meiler Unterweser und Isar 1 vom Netz genommen. Im Gegensatz zu RWE verzichteten die Düsseldorfer jedoch auf eine Klage gegen den Stillstand.

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