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09.05.2012

07:08 Uhr

Hauptversammlung

Aktionäre von K+S schauen nach Kanada

VonMaike Telgheder

K+S bietet seinen Aktionären eine neue Strategie: Der Kali- und Salzhersteller investiert Milliarden und kauft in Kanada kräftig zu, um so dauerhaft den Gewinn zu sichern. Die solide Bilanz macht es möglich.

Salzstollen in Bernburg: Mit dem Salz werden unter anderem vereiste Straßen im Winter gestreut. dpa

Salzstollen in Bernburg: Mit dem Salz werden unter anderem vereiste Straßen im Winter gestreut.

FrankfurtNorbert Steiner ist kein Mann der überschwänglichen Worte. Wenn der Chef des Kasseler Kali- und Salzherstellers K+S also davon spricht, dass ihn etwas euphorisch stimmt, dann muss die Sache schon sehr positiv sein. Grund für Steiners Freude ist das sogenannte Legacy Projekt in Kanada, wo der Kasseler Dax-Konzern - wenn alles wie geplant läuft - ab 2015 eine neue Kaliproduktion in Betrieb nehmen will.

Die neue Betriebsstätte, die K+S 2011 mit den Zukauf der kanadischen Explorationgesellschaft Potash One übernahm, ist in mehrfacher Hinsicht sehr bedeutend für den Konzern. Das wird Steiner den Aktionären auf der morgigen Hauptversammlung erläutern. K+S kann seine Kalikapazitäten perspektivisch um rund ein Drittel erhöhen und so auch die durchschnittliche Lebensdauer seiner Kalibergwerke in Deutschland verlängern.

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Vor allem aber kann K+S als fünftgrößter Kaliproduzent der Welt künftig deutlich günstiger Kalidünger gewinnen als bisher. Denn in Kanada wird die günstigere Solungsbergbau-Technologie (Solution Mining) genutzt, bei der Wasser und Trennmittel in den Schacht zum Vorkommen gespült werden, um dann eine konzentrierte Salzlösung abzupumpen.

Gegenüber dem klassischen Kaliabbau unter Tage hat dieses Verfahren den Vorteil, dass der Fixkostenanteil viel geringer ist - ein Drittel statt zwei Drittel der Gesamtkosten - und zudem die Produkten viel flexibler angefahren werden. Damit wird der deutsche Konzern seine Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu den viel größeren Konkurrenten wie der russischen Uralkali und der kanadischen Potash Corporation of Saskatchewan verbessern können.

K+S war bei Zukäufen in den vergangenen Jahren sehr aktiv. Vor dem Erwerb von Potash One im vergangen Jahr übernahm der Rohstoffkonzern 2009 bei dem bis dahin größten Deal für das Unternehmen den amerikanischen Salzhersteller Morton Salt für 1,6 Milliarden Dollar. Damit wurde K+S auf einen Schlag weltgrößten Anbieter von Salz - sei es zum Würzen von Speisen oder zum Auftauen vereister Straßen. Steiners Ziel war, K+S mit Morton Salt unabhängiger von den starken Schwankungen im Düngemittelgeschäft zu machen und neben der lukrativen Kali-sparte eine zweite starke Säule aufzubauen.

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