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12.05.2016

15:20 Uhr

Hauptversammlung BMW

Harald Krüger wünscht Tesla viel Glück

VonMarkus Fasse

Sechs Rekordjahre in Folge, zwei Milliarden Euro Dividendensummen: BMW hat seine Aktionäre verwöhnt. Wohin Chef Harald Krüger den Autobauer noch führen will – und welches Verhältnis er zu Elektropionier Tesla pflegt.

„Wir wünschen Tesla viel Erfolg auf dem Weg zu einem nachhaltigen Geschäftsmodell“, sagt BMW-Chef Harald Krüger dpa

BMW-Hauptversammlung

„Wir wünschen Tesla viel Erfolg auf dem Weg zu einem nachhaltigen Geschäftsmodell“, sagt BMW-Chef Harald Krüger

MünchenWas kann man erfolgsverwöhnten Aktionären noch bieten? 3000 BMW-Anteilseigner in der Münchner Olympiahalle waren gespannt, was der neue BMW-Chef Harald Krüger ihnen zu sagen hat. Sechs Rekordjahre in Folge und zwei Milliarden Euro Dividendensumme machen anspruchsvoll. Und Krüger ist der Mann, der der BMW ins kommende Jahrzehnt führen soll.

Doch dem neuen Konzernchef schwant, dass in den kommenden Jahren die Luft dünner wird. Das große Wachstum in China ist vorbei, in den USA toben Preiskämpfe und Mercedes dürfte die Münchener in diesem Jahr wieder überholen. Eine schwierige Gemengelage.

Und so versuchte es Krüger mit einem Ausblick auf die kommenden Jahre. Eine Phase, deren Umbrüche kaum jemand einschätzen kann. Digitalisierung, Autonomes Fahren, neue Wettberber und vor allem die Frage nach dem Antrieb des kommenden Jahrzehnts.

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BMW will nicht nur die Modellpalette massiv ausbauen, sondern beansprucht auch die Führungsrolle in den oberen Segmenten. So soll Geld in Kasse fließen, mit dem die Mobilität von Morgen finanziert werden kann.

Krüger hat ein paar Antworten. Digitalisierung ist wichtig, aber einen eigenen Vorstand für diesen Bereich soll es nicht geben. „Die Zukunft gehört der nachhaltigen Mobilität“, prognostiziert der BMW-Chef. „Welcher Antrieb sich durchsetzt, ist noch offen“, sagt er vage.

In der Tat steckt BMW wie die gesamte Autoindustrie in einer Sackgasse. Einerseits muss der Autohersteller die Klimaziele einhalten, doch der vergleichsweise effiziente Dieselantrieb ist durch den VW-Skandal unter Generalverdacht geraten. „In der Autoindustrie wurde wertvolles Vertrauen verspielt“, sagt Krüger an die Adresse der Wolfsburger.

Dass BMW hingegen schon früh auf Elektroautos gesetzt hat, zahlt sich bislang aber nicht aus. Im vergangenen Jahr verkaufte BMW gerade 30.000 Elektroautos, das entspricht 1,5 Prozent des Gesamtabsatzes. Die Wende soll nun Kaufprämie in Deutschland bringen, die BMW maßgeblich mit angeschoben hat. „Ich bin sicher, die Maßnahmen der Bundesregierung werden Wirkung zeigen“, sagt Krüger.

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Wirkung dürfte vor allem der Erfolg von Tesla zeigen, der Elektropionier aus Kalifornien. Dass es der Seiteneinsteiger geschafft hat, in nur wenigen Wochen 400.000 Vorbestellungen für das „Model 3“ zu verbuchen, hat die BMW-Gemeinde alarmiert. „Wie stellen Sie sich der Konkurrenz zu Tesla?“, fragt etwa Aktionärsschützerin Daniela Bergdolt. „Warum bringt BMW nicht mehr PS auf die Straße“, will Ingo Speich von der Union Investment wissen.

Die Tatsache, dass Tesla zwar viele Aufträge hat, aber bislang noch keinen Cent verdient hat, nutzt Krüger für eine süffisante Bemerkung. „Wir wünschen Tesla viel Erfolg auf dem Weg zu einem nachhaltigen Geschäftsmodell“, antwortet Krüger süffisant.

Das Selbstbewusstsein ist in München auf jeden Fall noch intakt.

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