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10.04.2013

10:42 Uhr

Hauptversammlung

Daimler blickt skeptisch aufs Jahr

Die Mitarbeiter hatten fast Dieter Zetsches Vertragsverlängerung als Daimler-Chef verhindert. Heute stellt sich auf der Hauptversammlung die Frage: Wie urteilen die Aktionäre über ihn und den Konzern? Das Geschäft lahmt.

Dieter Zetsche bei der Präsentation eines neuen Fahrzeugs der Daimler-Marke Mercedes. dpa

Dieter Zetsche bei der Präsentation eines neuen Fahrzeugs der Daimler-Marke Mercedes.

BerlinDer Autobauer Daimler stellt seine Ziele für das laufende Jahr auf den Prüfstand. „Aus den Märkten ist in den kommenden Monaten wenig Rückenwind zu erwarten“, teilte der Dax-Konzern am Mittwoch vor Beginn der Hauptversammlung in Berlin mit. „Daimler wird daher seine marktbezogenen Annahmen für das laufende Jahr überprüfen und sich bei der Berichterstattung für das erste Quartal zu den Markt- und Ergebnis-Erwartungen für den Konzern und die Geschäftsfelder äußern.“ Viele Absatzmärkte hätten sich zum Anfang des Jahres schlechter entwickelt als erwartet. Vor allem auf Europa treffe dies zu – sowohl bei Pkw als auch der bedeutenden Lkw-Sparte Daimlers.

Konzernchef Dieter Zetsche hatte bereits die Ziele für 2012 auf breiter Front kappen müssen. Anfang Februar hatte er angekündigt, 2013 beim operativen Ergebnis nicht vom Fleck zu kommen. In der Autosparte erwartet er sogar einen Rückgang. „Wir sind Daimler. Wir wollen nicht nur besser werden. Wir wollen die Konkurrenz schlagen – dauerhaft“, heißt es in Zetsches Redemanuskript.

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

In den vergangenen Jahren war das Unternehmen gegenüber den beiden ärgsten Rivalen BMW und der Volkswagen-Tochter Audi ins Hintertreffen geraten. Spätestens im Jahr 2020 will Daimler die Rivalen beim Absatz wieder abhängen und ab 2015 jährlich mindestens 1,6 Millionen Mercedes-Pkw pro Jahr verkaufen.

Gegensteuern soll ein Spar- und Effizienzprogramm, mit dem der Konzern bis Ende 2014 insgesamt rund vier Milliarden Euro sparen will. Einen Schub erhofft sich der Autobauer zudem von neuen Modellen wie der A- und E-Klasse. Besserung erwartet Zetsche vor allem in der zweiten Jahreshälfte

„Was unsere Geschäftsentwicklung betrifft, rechnen wir dank der Verfügbarkeit wichtiger neuer Produkte und laufender Effizienzprogramme für das zweite Halbjahr mit Ergebnissen, die über dem Niveau der ersten Jahreshälfte liegen“, sagte der Konzernchef. Beim Pkw-Absatz rechnet er trotz „eines schwierigen ersten Quartals“ für das Gesamtjahr mit einem neuerlichen Wachstum. 2012 hatte Daimler einen Rekordwert eingefahren.

Zetsches Vertrag war vor wenigen Wochen unerwartet nur um drei statt fünf Jahre verlängert worden. Vor allem die Mitarbeitervertreter hatten sich gegen Zetsche ausgesprochen. Ihr Vorwurf: Zu wenig Kommunikation mit der Belegschaft über Sparprogramme. Der Beschluss zur dreijährigen Vertragsverlängerung erfolgte letztlich aber einstimmig im Aufsichtsrat des Stuttgarter Konzerns.

Zum Handelsauftakt gab die Daimler-Aktie am Mittwoch bis zu 1,5 Prozent auf 40,25 Euro nach. Der Konzern ist an der Börse derzeit etwa 43 Milliarden Euro wert. Die Dividende in Höhe von 2,20 Euro wird am Donnerstag den Aktionären gutgeschrieben.

Kommentare (12)

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Denis

10.04.2013, 12:05 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

steve_5790@yahoo.de

10.04.2013, 12:17 Uhr

Komisch. BMW und Audi sind deutlich zuversichtlicher. Zeit, skeptisch auf Zetsche zu blicken, lieber Aufsichtsrat.

audi

10.04.2013, 12:28 Uhr

Oje, das klingt aber hart.

Mercedes ist ein sehr schönes Auto. Und jeder der so eine stolze Karosse besitzt, erkennt seinen Parkplatz sofort an dem roten Boden (Rost-Ablagerungen).

Außerdem hat jeder Mercedes eine eingebaute Vorfahrts-Reglung. Nur gehässige Menschen sagen, dass der Mecedesfahrer durch seinen alters-bedingten Tunnelblick nichts mehr von Straßenverkehr mit bekommt.

Hinzu kommt, dass bei Mercedes jeder weiss, dass sie bald auch in den großen Hafen der Volkswagen-AG eingeliedert werden (wie Porsche, Audi, Skoa, SEAT, Bougatti, Bentley) und damit hat der Mercedeskunde endlich wieder ein qualtitativ hochwertiges Auto.

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