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09.01.2008

12:52 Uhr

Hauptversammlung

Ex-Siemens-Vorstand droht Abrechnung

Der frühere Siemens-Vorstand muss wegen der Schmiergeldaffäre beim größten deutschen Elektrokonzern mit einem beispiellosen Denkzettel auf der Hauptversammlung in zwei Wochen rechnen. Für die Betroffenen könnte das höchst unangenehme Folgen haben. Und auch Aufsichtsratsmitglieder könnten Gegenwind bekommen.

Für Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld und ehemalige Vorstandskollegen könnte die Hauptversammlung sehr unerfreulich werden. Foto: ap Quelle: ap

Für Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld und ehemalige Vorstandskollegen könnte die Hauptversammlung sehr unerfreulich werden. Foto: ap

HB MÜNCHEN. Neben den beiden großen Aktionärsschutzvereinigungen gibt es einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" vom Mittwoch zufolge selbst im Aufsichtsrat Bestrebungen, den ehemaligen Vorstand nicht zu entlasten. "Das wäre ein klares Misstrauensvotum gegen den Vorstand", sagte ein Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) am Mittwoch. Der Siemens-Konzern wollte den Bericht nicht kommentieren.

In der Tagesordnung der Hauptversammlung, die bereits vor Wochen an die Aktionäre verschickt wurde, schlagen Aufsichtsrat und Vorstand allerdings die Entlastung des Vorstands im Geschäftsjahr 2006/2007 vor. Einzige Ausnahme ist der frühere Vorstand Johannes Feldmayer, der im Zusammenhang mit der Affäre kurzzeitig in Haft saß. Wegen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe solle die Entscheidung über die Entlastung vertagt werden. Die Mehrheit der Aktionäre folgt in aller Regel den Vorschlägen des Unternehmens.

Dem Zeitungsbericht zufolge verschärft sich im Aufsichtsrat aber die Kritik an früheren Vorständen. Aus dem Kontrollgremium verlaute, es könne durchaus dazu kommen, dass man den Aktionären empfehle, langjährigen Top-Managern einschließlich des früheren Siemens-Chefs Klaus Kleinfeld die Entlastung zu verweigern. Es gehe wohl auch darum, sich die Möglichkeit offenzuhalten, Schadenersatzansprüche geltend zu machen, schreibt die "SZ".

Sollte das Kontrollgremium dazu raten, den Vorständen um Kleinfeld die Entlastung zunächst zu verweigern, würden sie vor allem den amtierenden Finanzvorstand Joe Kaeser beschädigen, der bereits vor dem Bekanntwerden der Korruptionsskandale dem Führungszirkel angehört hatte.

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