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20.04.2012

12:35 Uhr

Hauptversammlung

Merck sucht das nächste Geschäftsfeld

VonSiegfried Hofmann, dpa

Im vergangenen Jahrzehnt hat der Chemie- und Pharmakonzern Merck Milliarden in die Übernahme von Biotechnologie-Unternehmen gesteckt. Jetzt bereitet sich der Konzern auf die nächste Expansionsphase vor.

Karl-Ludwig Kley führt das Unternehmen seit April 2007. dapd

Karl-Ludwig Kley führt das Unternehmen seit April 2007.

FrankfurtMerck-Chef Karl-Ludwig Kley hat seine Aktionäre auf eine Durststrecke eingestimmt. In den kommenden Jahren seien Kostensenkungen, Personalabbau und eine Verschlankung der Organisation vorrangig. Übernahmen und Wachstum stünden zunächst nicht im Fokus, sagte der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Merck KGaA auf der Hauptversammlung in Frankfurt. Mit dem Programm „Fit für 2018“ soll der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern für die Zukunft gerüstet werden. „Wir werden Merck effizienter und profitabler machen“, versprach Kley. Das Dax-Unternehmen werde die Kosten auf breiter Front senken, um Mittel für Investitionen freizusetzen: „Wenn wir Merck ... deutlich nach vorn bringen wollen - und das wollen wir - dann muss die Senkung unserer Kosten signifikant sein.“ Das werde aber nur gelingen, wenn beim Personal gespart werde.

2011 seien 40 Prozent der operativen Kosten von insgesamt 8 Milliarden Euro in diesem Bereich angefallen. Zum Personalabbau gebe es keine Alternative. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern in Deutschland, wo Merck 25 Prozent seiner 40.000 Mitarbeiter beschäftigt, seien auf einem guten Weg und könnten „relativ zeitnah“ abgeschlossen werden, sagte Kley: „Beide Seiten stimmen überein, dass Entscheidungen sozialverträglich und möglichst auf freiwilliger Basis umgesetzt werden sollen.“

Was intern noch für beträchtliche Unruhe sorgt, hinterlässt am Kapitalmarkt schon positiven Eindruck. Nach zwei mageren Jahren verbuchte die Merck-Aktie 2011 mit 28 Prozent Kursgewinn die stärkste Entwicklung im Leitindex Dax. Dabei dürfte freilich nicht nur die Zuversicht eine Rolle spielen, dass die Merck-Führung endlich strukturelle Defizite anpackt.

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