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14.01.2011

12:51 Uhr

Hauptversammlung notwendig

Conergy verliert die Hälfte seines Grundkapitals

Kurz vor Weihnachten wurde Conergy von seinen Gläubigern gerettet. Doch damit fing die Arbeit eigentlich erst richtig an. Der Solarkonzern steht vor einem massiven Umbau, der rechnerisch einen Verlust der Hälfte des Grundkapitals nach sich ziehen wird. Doch darüber müssen zunächst einmal die Aktionäre entscheiden.

Die dunklen Wolken über Conergy sind noch längst nicht verflogen. Quelle: DAPD

Die dunklen Wolken über Conergy sind noch längst nicht verflogen.

HB DÜSSELDORF. Bei dem seit Monaten ums Überleben kämpfenden Solarkonzern Conergy wird das Kapital knapp. Nach dem Verzicht auf bestehende Darlehensforderungen gegenüber Tochterfirmen und deren Neubewertung sei in der AG mit 190 Millionen Euro ein Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals angefallen, teilte der Hamburger Konzern am Freitag mit. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) sei davon nicht betroffen.

Nach der Verlustanzeige über die Hälfte des Grundkapitals muss Conergy nun zu einer außerordentlichen Hauptversammlung einladen. Der Konzern kündigte an, die Aktionärsversammlung werde am 25. Februar in Hamburg stattfinden. Der Vorstand wolle sich dann von den Anteilseignern eine Herabsetzung des Grundkapitals von nominal rund 400 Millionen Euro auf rund 50 Millionen genehmigen lassen. Des Weiteren soll über eine Kapitalerhöhung in Höhe von bis zu 188 Millionen Euro entscheiden werden.

Die nach monatelangen Verhandlungen im Dezember erzielte Einigung mit den Banken hatte den Angaben zufolge unter anderem eine Entschuldung einzelner Tochterfirmen vorgesehen, eine vereinfachte Kapitalherabsetzung im Verhältnis acht zu eins und eine anschließende Kapitalerhöhung.

Auch operativ war es bei Conergy zuletzt wieder recht gut gelaufen. Im Dezember hatte der Konzerne eine deutliche Verbesserung der Ergebnisse im Vergleich zu 2009 angekündigt. Mit einer Prognose für das kommende Geschäftsjahr hielt sich Conergy aber zurück. Grundsätzlich will sich das Unternehmen vom deutschen Markt lösen, der sich im kommenden Jahr abschwächen dürfte. Die Gesellschaft erziele mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland. Mit dem Refinanzierungskonzept sollen die Schulden um 188 Millionen gesenkt werden. In den nächsten Monaten will der Aufsichtsrat einen neuen Vorstandsvorsitzenden berufen.

Die Aktionäre der Conergy sind Kummer gewohnt. Nach einem rauschenden Aufstieg ließ das Hamburger Unternehmen die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro hinter sich. Ende 2007 kam dann das böse Erwachen: Der Erfolg war auch Sand gebaut. Die Bilanz musste nachträglich korrigiert werden, nur durch eine harte Sanierung konnte das Unternehmen vor der Insolvenz bewahrt werden.

Kommentare (2)

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Axel Müller

14.01.2011, 16:01 Uhr

Dieter Ammer ist mit der gesamten Familie richtig reich geworden.

Torsten Steinberg

14.01.2011, 16:22 Uhr

Schuldenfreie Unternehmensteile lassen sich einfach besser veräußern. Das sieht schwer nach Zerschlagung aus nach dem Muster Arcandor, wo einzelne Unternehmensteile wie Karstadt nach dem Verkauf durchaus wieder profitabel sein können, während die AG (Arcandor) vollkommen mittellos dasteht und sich in nichts auflöst.

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