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29.01.2010

12:57 Uhr

Hauptversammlung Porsche

Die Scheichs ziehen in Stuttgart ein

VonMark C. Schneider

Trotz der Tradition familieninterner Konflikte hat der Porsche-Clan geschäftlich die Reihen stets wieder geschlossen. Weil sich der Sportwagenbauer aber bei der Übernahme von VW verzockt hatte, muss die PS-Dynastie ihre Macht nun dauerhaft teilen.

Sheik Jassim Bin Abdulaziz Bin Jassim Al-Thani zeigt, wohin der Weg von Porsche gehen soll. APN

Sheik Jassim Bin Abdulaziz Bin Jassim Al-Thani zeigt, wohin der Weg von Porsche gehen soll.

STUTTGART. Er sei sehr stolz, ein Teil der Porsche-Familie zu sein, sagte Sheik Jassim Bin Abdulaziz Bin Jassim Al-Thani Freitagvormittag artig in einer kurzen Ansprache an das Podium in der Porsche-Arena. Gemessenen Schritts war der gerade einmal 31-jährige Abgesandte des neuen Großaktionärs Katar um zehn vor zehn Uhr ans Pult geschritten, um sich den Aktionären der Porsche SE auf der dritten Hauptversammlung der Holding, die Porsche AG und die Beteiligung an VW bündelt, zu präsentieren.

Eine Geste der Höflichkeit – die Wahl in das Kontrollgremium ist mit den Stimmen der Familien Porsche und Piëch sowie der eigenen in der Hand des Emirats gesichert. Dafür macht der bald 70-jährige Hans-Peter Porsche, ehemals Produktionschef der Porsche AG, Platz. Wolfgang bedankt sich bei seinem Cousin, „dem lieben Peter“ ganz herzlich.

Die Stuttgarter Aktionäre fremdeln noch gegenüber dem smarten Manager aus dem Morgenland, der sich sonst hauptsächlich mit Gas vom Golf befasst. Raunen und verklemmtes Gelächter geht jedes Mal durch die Aktionärsreihen, wenn SE-Chefaufseher Wolfgang Porsche den kompletten Namen des Neuen im Aufsichtsratskreis in österreichischem Singsang vorliest.

Klatschen kommt vor allem aus den ersten beiden Reihen rund um den arabischen Investor. Die sind reserviert für Mitglieder der Familien Porsche und Piëch sowie Freunde und Berater wie Ferdinands Piëchs Hamburger Promianwalt Matthias Prinz.

Die Stuttgarter werden sich ebenso an Katar gewöhnen müssen wie die Wolfsburger. Das Emirat wird nicht nur bei Porsche nach dem Einstieg in die frühere Familienbastion im August 2009 eine Macht, sondern mit mindestens 17 Prozent am Ende auch im integrierten Autokonzern aus Volkswagen und Porsche ein gehöriges Wort mitreden.

Kommentare (1)

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ThomasR

29.01.2010, 14:37 Uhr

Naja, auf jeden Fall müsste VW dem Herrn Wiedeking auf den Knien danken. Dnen sein Veto verhinderte beim Golf6 eine Ausgabe in Höhe von hunderten von Millionen Euro, die die Kosten des Golf6 massiv belastet hätten. So kann der Golf6 auf den abgeschriebenen Anlagen des Golf5 gefertigt werden udn das entlastet die Ksotenrechnung massiv. Oft kann man das nicht machen, aber jetzt war das die richtige Entscheidung.

Eigentlich sollte der Golf6 Golf5a heißen.

Thomas

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