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30.01.2009

11:54 Uhr

Hauptversammlung

Porsche setzt massiv den Rotstift an

Eigentlich hätte es bei Porsche eine Hauptversammlung voller guter Laune und Harmonie werden können: Immerhin blicken Vorstand und Aktionäre auf ein Geschäftsjahr mit Rekord-Gewinn zurück. Aber stattdessen schaut man nach vorn - in eine düstere Zukunft. Porsche drosselt nun die Produktion und will kräftig sparen.

Wendelin Wiedeking (Mitte), Holger Härter (rechts) und Wolfgang Porsche (links) auf der Hauptversammlung in Stuttgart. Foto: AP ap

Wendelin Wiedeking (Mitte), Holger Härter (rechts) und Wolfgang Porsche (links) auf der Hauptversammlung in Stuttgart. Foto: AP

HB STUTTGART. Der Sportwagenhersteller Porsche ist auf Talfahrt. Der Absatz des erfolgsverwöhnten Herstellers von Sport- und Geländewagen brach in den Monaten August bis Januar um 27 Prozent auf rund 34 000 Fahrzeuge ein, wie Porsche am Freitag auf der Hauptversammlung Stuttgarter mitteilte. Der Umsatz gab um 14,3 Prozent auf drei Mrd. Euro nach. Im gleichen Maß wie der Absatz schmolz der operative Gewinn aus dem eigenen Fahrzeuggeschäft.

Dank der positiven Effekte aus dem Besitz von inzwischen knapp 51 Prozent der Volkswagen-Stammaktien sei der Konzerngewinn in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres aber höher als die 1,66 Mrd. Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres, sagte Vorstandschef Wendelin Wiedeking.

Eine konkrete Prognose für das noch bis Ende Juli laufende Geschäftsjahr wagte der Porsche-Chef nicht. Porsche wisse „nicht wirklich, was die Zukunft bringt“. Um die Absatzeinbußen abzufedern, will Porsche bei den Ausgaben auf die Bremse treten und deutlich mehr als 100 Mio. Euro sparen.

Auch die bereits gedrosselte Produktion im Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen wird weiter zurückgefahren. An 19 weiteren Tagen stünden die Bänder in den kommenden Monaten bis zum Sommer still, sagte Porsche-Chef Wiedeking. Elf Arbeitstage waren bereits ausgefallen. „Wenn sich die Situation nicht nennenswert verschlechtert, wird uns dieses Modell über die Krise helfen“, stellte der Manager in Aussicht. „Kurzarbeit oder gar Entlassungen stehen bei uns jedenfalls aktuell nicht auf der Agenda.“ Damit würde sich Porsche besser schlagen als die anderen deutschen Hersteller zwischen Wolfsburg und München, die zehntausende Beschäftigte in Kurzarbeit geschickt haben.

Bei seinen Plänen, VW ganz unter die Kontrolle von Porsche zu bringen, will sich Wiedeking nicht in die Karten schauen lassen. „Wir haben unseren Fahrplan nicht verändert“, sagte der Vorstandschef und verwies auf prall gefüllte Kassen. „Unser Ziel ist nach wie vor, die VW-Beteiligung in überschaubarer Zeit auf 75 Prozent der VW-Stammaktien aufzustocken, um den Weg für einen Beherrschungsvertrag freizumachen“, sagte Wiedeking. „Aber erwarten Sie jetzt kein Datum von mir.“

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