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26.01.2011

11:33 Uhr

Hauptversammlung

Siemens schlägt General Electric

VonAxel Höpner

Siemens hat sein Ziel erreicht: schneller als der Erzrivale General Electric zu wachsen. Und der Münchener Technologiekonzern bleibt optimistisch: Ein Ende des Nachfragebooms sei nicht in Sicht. Dennoch gibt es auch ein paar Schönheitsflecken.

Siemens-Chef Löscher: "Der Riese ist wach, er ist stark, entschlossen, und er weiß, was er kann und will" Quelle: dapd

Siemens-Chef Löscher: "Der Riese ist wach, er ist stark, entschlossen, und er weiß, was er kann und will"

MünchenErzrivale General Electric hatte Ende voriger Woche vorgelegt: Zwölf Prozent höherer Auftragseingang, dazu das erste Umsatzwachstum seit neun Quartalen – die Amerikaner sendeten wenige Tage vor der Hauptversammlung von Siemens ein klares Zeichen nach Europa: „Wir sind nach der Krise wieder da!“ Siemens konterte gestern mit starken Quartalszahlen und setzte ebenfalls ein klares Zeichen: Die Kampfansage an den US-Konkurrenten ist ernst gemeint!

„Der Riese ist wach, er ist stark, entschlossen, und er weiß, was er kann und will“, sagte Siemens-Chef Peter Löscher vor rund 8 000 Aktionären in der Münchener Olympiahalle. Er hatte zuvor angekündigt, der Münchener Technologiekonzern wolle künftig so profitabel sein wie GE und die anderen Konkurrenten – und dabei schneller wachsen.

Zumindest zum Start ins neue Geschäftsjahr ist Siemens dies gelungen. Der Auftragseingang legte um 19 Prozent zu, der Umsatz um zwölf Prozent auf 19,5 Milliarden Euro. Die Geschäfte laufen derzeit also besser als bei GE, dessen Erlös stieg im zurückliegenden Quartal nur um ein Prozent auf 41,5 Milliarden Dollar. Auch beim Gewinnzuwachs im fortgeführten Geschäft konnten die Münchener Schritt halten: Siemens verdiente 1,8 Milliarden Euro und damit 17 Prozent mehr. GE wiederum steigerte den operativen Gewinn um 28 Prozent auf 6,1 Milliarden Dollar.

Nur wenige Schönheitsflecken

Ein Ende des Nachfragebooms ist bei Siemens nicht in Sicht. Bester Indikator dafür sind die kurzzyklischen Geschäfte, zum Beispiel bei der Lichttochter Osram oder mit der Industrieautomatisierung. Diese Bereiche springen in einem Aufschwung als erste an – und geben auch als erstes Signale, wenn sich der Boom seinem Ende nähert.

„Wir haben keine Signale für eine Eintrübung bei den Frühzyklikern“, sagte Siemens-Industrievorstand Siegfried Russwurm dem Handelsblatt. Auf Sicht – also mit Blick auf die nächsten sechs Monate – liefen die Geschäfte mit schnelllebigen Produkten „substanziell gut“. Siemens werde aber wachsam sein, da jeder Zyklus einmal zu Ende gehe. Im Industriegeschäft war der Auftragseingang im ersten Quartal überproportional um 22 Prozent auf mehr als zehn Milliarden Euro gestiegen.

Ähnlich sieht es in der Energie-Sparte von Siemens aus. Einziger Schönheitsfehler hier: Im bislang boomenden Geschäft mit erneuerbaren Energien brach der Auftragseingang um 40 Prozent auf 945 Millionen Euro ein. Siemens verwies auf Großaufträge im Vorjahreszeitraum. Einen generell negativen Trend erkennt Siemens nicht. „Ich sehe im Markt, dass gerade die Windenergie wieder anzieht“, sagte Energie-Vorstand Wolfgang Dehen dem Handelsblatt. Zudem fiel bei Siemens der Auftragseingang bei den erneuerbaren Energien immer noch höher aus als der Umsatz. Das Geschäft wird also auch in den kommenden Monaten wachsen.

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