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24.05.2011

14:26 Uhr

Hauptversammlung

Solarworld-Chef wettert gegen Atomkonzerne

Der Chef des Photovoltaik-Unternehmens Solarworld preist die Solarenergie als günstigere Alternative zum Atomstrom an. Unter dem Beifall der Aktionäre rechnet Frank Asbeck in Bonn mit den Atomkonzernen ab.

"Die Atomkraft ist definitiv keine Brücke, sondern eine Sackgasse", sagte Solarworld-Chef Asbeck. Quelle: APN

"Die Atomkraft ist definitiv keine Brücke, sondern eine Sackgasse", sagte Solarworld-Chef Asbeck.

Bonn

Der Chef des Photovoltaik-Unternehmens Solarworld, Frank Asbeck, hat die Solarenergie als eine günstigere Alternative zum Atomstrom angepriesen. Unter Einbeziehung aller Kosten, also auch der mit Atomunglücken verbundenen Ausgaben, koste der Strom aus Solaranlagen nur ein Zehntel des Atomstroms, rechnete der Vorstandschef am Dienstag bei der Hauptversammlung in Bonn den Aktionären vor. Die Erneuerbaren Energien seien nicht mehr unbedeutend. Während derzeit nur 4 von 17 Atomkraftwerken liefen, trügen die Erneuerbaren zu einer stabilen Energiezufuhr bei.

Asbeck äußerte sich zuversichtlich, die schwache Nachfrage auf dem Heimatmarkt durch den Ausbau des Auslandsgeschäftes - vor allem in den USA - wett machen zu können. Unter dem Beifall der Aktionäre nutzte Asbeck seinen Auftritt auf der Hauptversammlung für eine Abrechnung mit den Atomkonzernen. Er wetterte mit Verweis auf das RWE-Logo "VoRWEg gehen": "Vorweg zu gehen hat ja keinen Sinn, wenn man in die falsche Richtung geht." Die Reaktorunglücke in Tschernobyl und Fukushima bewiesen, dass die Atomkraft unkalkulierbare Risiken berge und immense Kosten verursache. "Die Atomkraft ist definitiv keine Brücke, sondern eine Sackgasse", sagte Asbeck.
"In 50 Jahren ist eh alles solar, und wir werden in diese Richtung arbeiten." Asbeck versprach den Aktionären ein weiterhin starkes Wachstum der Solarindustrie. "Unsere Brücke hat mehr die Form einer steilen Treppe." Solarworld erwartet eine Steigerung der weltweiten Modulnachfrage von 20 Gigawatt (GW) im Jahr 2010 auf 100 GW bis 2020. Bis dahin werde die Branche die Größe der Halbleiterindustrie übertroffen haben. Für Deutschland rechnet das Unternehmen bis zu diesem Zeitpunkt mit 70 GW, die Systemkosten sollen bis 2020 nur noch halb so hoch sein.

Das ist auch nötig - auf der Branche lastet ein immenser Margendruck. Die Preise für Module sind im ersten Quartal bereits um 25 Prozent zurückgegangen, weitere Abschläge sind zu erwarten. Grund ist die starke Konkurrenz aus Asien. Aber auch politische Eingriffe in Deutschland und auf den anderen großen europäischen Märkten haben zuletzt die Nachfrage gebremst. Solarworld konnte diesem Trend im ersten Quartal ein starkes Auslandswachstum entgegensetzen
und somit anders als viele Wettbewerber einen steigenden Gewinn ausweisen.

Aktionärsvertreter fordert höhere Dividende

Der Konzernchef erteilte Kritik von Aktionärsschützern eine Absage, wonach die angestrebte Dividende von 0,19 Euro mit einer Ausschüttungsquote gemessen am Gewinn von 23 Prozent zu niedrig sei. Er bezeichnete die Dividende als angemessen. Dies sei seine Meinung als Vorstandschef, als Großaktionär - Asbeck hält
27,8 Prozent - hätte er auch gerne mehr gehabt.

Solarworld sieht sich trotz etwa zehn Prozent höherer Preise im Vergleich zur Konkurrenz aus China gerüstet für den Wettbewerb. Die Belieferung mit dem Rohstoff Silizium sei langfristig gesichert. Zudem erwartet Asbeck, dass ein Gutteil der Kostenvorteile der chinesischen Produzenten, etwa für Personal und Energie, in den kommenden Jahren angesichts des schnellen Wirtschaftswachstums in der Region hinfällig werden könnten.

Eine Plakat-Aktion, mit der das Solar-Unternehmen den Werbeslogan des zweitgrößten deutschen Energieversorgers RWE verulkt und dafür eine Einstweilige Verfügung kassiert hatte, bezeichnete Asbeck als "Kinderstreich", dessen Konsequenzen er einkalkuliert habe. Die Kosten dafür hätten bei unter 5.000 Euro gelegen. Dem stehe aber eine Werbewirkung im Wert von 50 Millionen Euro gegenüber. So habe etwa das Museum "Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland" das Plakat als historisches Dokument für sein Archiv angefordert.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

24.05.2011, 14:53 Uhr

Asbeck ist Grüner und Teil der Ökomaffia, die uns Bürger gnadenlos abzocken. Bei den Produktionskosten für Sonnenstrom von 50 Cent pro kWh müsste Asbecks Firma schon morgen Insolvenz beantragen müssen, wenn man den Strommarkt endlich liberalisieren und den im Erneuerbare Energien-Gesetz verankerten Wahnsinn der Quersubventionierung von Ökostrom abschaffen würde. Ich würde meinen Strom dann für 1,5 Cent pro kWh bei Electricité de France aus modernsten Kernkraftwerken kaufen und müsste den Öko-Schwachsinn von Wind und Sonne nicht mehr mitfinanzieren.
Wie gesagt, Asbeck wird von der Ökomaffia getragen, die die Gesetze so macht, dass Wind- und Solaranlagenhersteller überhaupt existieren können. Man hat eben aus den Subventionssünden der Vergangenheit immer noch nichts gelernt. Unglaublich!

AKW-Haftpflicht

24.05.2011, 15:12 Uhr

Ja nee is klar, Atom-Andre. Atomkraft wird ohne Ende subventioniert. Allein das Atomkraftwerke nicht ausreichend haftpflicht-versichert sind, ist ein Skandal! Die Kilowattstunde Atomstrom würde mehrere Euro pro kWh kosten, wenn AKWs vollständig versichert werden müssten, so wie das jedes andere Kraftwerk auch muss!

http://www.manager-magazin.de/finanzen/versicherungen/0,2828,761954,00.html

Account gelöscht!

24.05.2011, 15:49 Uhr

Asbeck lügt. In den Operationssälen unserer Krankenhäuser liegen zu jedem Zeitpunkt Zehntausende von Patienten, die mit dem Tod oder erheblichen Unbilden rechnen müssen, wenn der Strom ausfällt. Und Asbeck kann mit dem gesamten von ihm verkauften Brimborium nicht einmal ein einziges Watt planbarer elektrischer Leistung bereitstellen. Wer in Solaranlagen oder -Aktien Geld investiert, ist selbst schuld.

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