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25.04.2013

11:44 Uhr

Hauptversammlung

VW-Chef stimmt Konzern auf schwere Zeiten ein

Auf der Hauptversammlung von Volkswagen zeigt sich Konzernchef Martin Winterkorn besorgt. Dennoch halten die Wolfsburger an ihrem Ziel für 2013 fest. Die Autokrise in Europa hat bereits Spuren im Konzern hinterlassen.

VW-Chef Martin Winterkorn bei der Hauptversammlung des Autokonzerns in Hannover: „Mehr denn je ins Zeug legen“. dpa

VW-Chef Martin Winterkorn bei der Hauptversammlung des Autokonzerns in Hannover: „Mehr denn je ins Zeug legen“.

HannoverVolkswagen macht die Autokrise in Westeuropa immer mehr zu schaffen: Der Wolfsburger Konzern hält zwar an seinen Zielen für das laufende Jahr fest und will den Betriebsgewinn stabil halten. Die kommenden Monate würden aber „alles andere als leicht“, kündigte Konzernchef Martin Winterkorn am Donnerstag vor Aktionären in Hannover an. Europas größter Autobauer müsse sich „mehr denn je ins Zeug legen“, um wie geplant zu wachsen. Trotz des schwachen Jahresauftakts zeigte sich Winterkorn jedoch zuversichtlich, dass der VW in der zweiten Jahreshälfte Fahrt aufnehmen kann.

Worauf er seinen Optimismus gründet, ließ Winterkorn offen. Einige Experten halten es für möglich, dass die Pkw-Nachfrage im krisengeschüttelten Westeuropa frühestens 2015 überwunden sein wird. Audi-Chef Rupert Stadler geht sogar von einer Durststrecke am europäischen Markt von drei bis fünf Jahren aus, da in Ländern wie Italien, Spanien und Portugal wegen der hohen Jugendarbeitslosigkeit kein Lichtstreif am Horizont zu sehen ist.

Unklar ist noch, wie sich die Krise auf die langfristigen Ziele des Zwölf-Marken-Konzerns auswirken wird: Winterkorn bekräftigte zwar, dass Volkswagen bis 2018 an Toyota vorbeiziehen und sich die begehrte

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Weltmarktkrone der Automobilindustrie schnappen wolle. Er lässt dabei allerdings zunehmend Vorsicht erkennen und spricht seinem Redemanuskript zufolge davon, dies sei der „Anspruch“ der Niedersachsen. Bei früheren Gelegenheiten war von einem klaren Ziel die Rede, VW zur Nummer eins bei Ertragskraft, Qualität und Kundenzufriedenheit zu machen. Inzwischen reagiert die Konkurrenz jedoch auf die Herausforderung durch die Wolfsburger. Toyota hatte unlängst angekündigt, die Produktion kräftig hochzufahren.

Bei Volkswagen hinterlässt die Autokrise in Europa inzwischen tiefe Spuren in der Bilanz: Der Betriebsgewinn brach zu Jahresbeginn um mehr als ein Viertel auf 2,3 Milliarden Euro ein. Dennoch bleibt der Vorstand bei seiner Prognose, im laufenden Jahr mehr Autos zu verkaufen und den Umsatz zu steigern. Beim operativen Gewinn erwartet der Konzern aber ein weiteres Jahr Stagnation.

In den ersten drei Monaten lieferte der Konzern rund um den Globus 2,3 Millionen Fahrzeuge aus, das waren 4,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Umsatz sank zugleich etwas auf 46,6 Milliarden Euro, weil das Geschäft bis auf China und die USA weltweit in nahezu allen Regionen nicht mehr rund läuft. Vor allem in vielen Ländern Westeuropas kaufen die Verbraucher weniger neue Autos. VW erklärte den Rückgang auch damit, dass das boomende Chinageschäft nicht im Umsatz enthalten ist, sondern ins Finanzergebnis einfließt. Auch die Rabattschlacht schmälert die Erträge.

Von

rtr

Kommentare (1)

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25.04.2013, 13:44 Uhr

Eine "Erholung" in Westeuropa" dürfte noch lange nicht in Sicht sein. Auch die Absatzentwicklung in Deutschland, speziell bezogen auf die Privatkäufer, dürfte alles andere als positiv verlaufen, wofür es zahlreiche Gründe gibt. Es könnte eine Frage der Zeit werden, die Produktion in Deutschland drosseln zu müssen und sich vom fragwürdigen Ziel, die Nummer 1 im Automobilbau weltweit werden zu wollen, zu verabschieden.

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