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02.06.2014

19:14 Uhr

Haut- und Augenmedizin

Kanadier wollen Botox-Hersteller notfalls feindlich übernehmen

Zusammen mit Investor Bill Ackman bereitet der kanadische Pharmakonzern Valeant eine feindliche Übernahme des Botox-Herstellers Allergan vor. Schon seit längerem ist Valeant auf Einkaufstour.

Der Headquarter von Valeant in Quebec. Mit dem Kauf von Allergan würden sich zwei mittelgroße Unternehmen, die beide in der Haut- und Augenmedizin aktiv sind, zusammenschließen. Reuters

Der Headquarter von Valeant in Quebec. Mit dem Kauf von Allergan würden sich zwei mittelgroße Unternehmen, die beide in der Haut- und Augenmedizin aktiv sind, zusammenschließen.

Winnipeg/New YorkDer kanadische Pharmakonzern Valeant bereitet zusammen mit dem Investor Bill Ackman eine feindliche Übernahme des Botox-Herstellers Allergan vor. Die Kanadier waren mit ihrem inzwischen auf 53,8 Milliarden Dollar erhöhten Kaufangebot bislang bei der Allergan-Führung abgeblitzt. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt diesen Deal zum Abschluss zu bringen“, sagte Valeant-Chef Mike Pearson am Montag auf einer Telefonkonferenz mit dem Hedge-Fonds-Chef und Allergan-Großaktionär Ackman. Dieser kündigte an, ein Sondertreffen der Allergan-Aktionäre einzuberufen. Sein Ziel: Die Allergan-Anteilseigner sollen dann das aktuelle Direktorium des Botox-Herstellers abwählen und Führungspositionen neu besetzen.

Valeant habe vor, in zwei bis drei Wochen die Pläne bei der US-Börsenaufsicht SEC anzumelden, kündigte Pearson an. Der Konzern mit Sitz in der Provinz Quebec würde sich damit direkt an die Aktionäre des kalifornischen Schönheitsmedizin-Spezialisten wenden. Pearson forderte Allergan zudem erneut auf, in Verhandlungen einzutreten. Nach den Vorstellungen des Allergan-Großaktionärs Ackman könnte das Allergan-Aktionärstreffen bereits am 7. August stattfinden. Der Botox-Hersteller könne aber die Versammlung bis Ende November hinauszögern. Ackman hält mit seinem Hedgefonds Pershing Square 9,7 Prozent an Allergan und ist damit größter Aktionär bei den Kaliforniern.

Allergan rief die Aktionäre des Unternehmens unterdessen dazu auf, nichts zu unternehmen. Sie sollten zunächst die Empfehlungen des Allergan-Direktoriums abwarten. Valeant hatte vergangene Woche sein Übernahmeangebot zum zweiten Mal erhöht. Inzwischen bietet Valeant den Allergan-Aktionären 72 Dollar in bar und 0,83 Valeant-Aktien je Allergan-Anteilsschein. Mit Valeant und Allergan würden sich zwei mittelgroße Unternehmen zusammenschließen, die beide in der Haut- und Augenmedizin aktiv sind. Valeant ist seit längerem auf Einkaufstour. Erst im vergangenen Jahr erwarb der Konzern den Kontaktlinsen-Hersteller Bausch & Lomb.

Von

rtr

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