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14.02.2017

10:34 Uhr

Heidelberg Cement

Brexit und Trump als Chance

VonMartin-W. Buchenau

Heidelberg Cement hat mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen verfehlt. Konzernchef Bernd Scheifele bleibt trotzdem gelassen – er sieht neue Chancen in Großbritannien und den USA. Ein Kommentar.

„Wir werden auch 2017 von der wirtschaftlichen Entwicklung in den USA profitieren.“ dpa

Bernd Scheifele

„Wir werden auch 2017 von der wirtschaftlichen Entwicklung in den USA profitieren.“

StuttgartBernd Scheifele ist optimistisch, sonst wäre er nicht er selbst. Vor allem schlechtes Wetter und früher Winter in Deutschland und Nordamerika und Währungsbelastungen macht er dafür verantwortlich, dass Heidelberg Cement mit seinen Geschäftszahlen für das Schlussquartal 2016 nicht die Erwartungen der Analysten erfüllt hat.

In der Substanz sind die Zahlen dennoch robust. Trotz Umsatzminus stieg der Vorsteuergewinn im Gesamtjahr um sechs Prozent. Und das vierte Quartal hängt nun mal stark davon ab, wann der Frost kommt. Auch hat das schwache britische Pfund nach der Brexit-Entscheidung für Einbußen bei den Heidelbergern gesorgt, die ja mit dem vor zehn Jahren übernommenen britischen Konkurrenten Hanson ein starkes Standbein in Großbritannien und den USA aufgebaut haben.

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Via Twitter kündigte Donald Trump den Mauerbau an der Grenze zu Mexiko an. Der Aktienkurs von HeidelbergCement stieg daraufhin kräftig. Sollte die Mauer tatsächlich gebaut werden, dürften die Kassen klingeln.

Aber steigende Energiepreise und Währungsschwankungen sind Dinge, mit denen sich Scheifele nicht lange aufhält. Er sieht eher die Chancen. In Großbritannien läuft das operative Geschäft gut und: „Wir werden auch 2017 von der wirtschaftlichen Entwicklung in den USA profitieren“, betont Scheifele.

Donald Trump sieht er pragmatisch. Investiert der neue US-Präsident in Infrastruktur, wird Heidelcement davon profitieren, auch von der angekündigten und politisch höchst umstrittenen Mauer zu Mexiko. Wählerisch ist Scheifele da nicht.

Nur wenn Trump den heimischen Herstellern den Vorzug gibt, würde das den Dax-Konzern empfindlich treffen. Ein Viertel des Umsatzes generiert der größte deutsche Baustoffkonzern in Nordamerika. Als Lokomotive kann er den US-Markt gut brauchen für den Ausgleich des schwächeren Geschäfts in Asien und Osteuropa. Mit der Übernahme von Italcementi hat der Konzern seine Position in Europa gestärkt. Auch hier könnte es einen Ausgleich für schwächeres Geschäft anderswo geben.

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Heidelcement ist weltweit vertreten. Kommt das erwartete Weltwirtschaftswachstum von drei Prozent, dann wird Heidelberg Cement in diesem Jahr die Delle aus dem vierten Quartal ausgleichen. Und wenn das wegen hoher Energiepreise oder politischer Widrigkeiten schwierig wird, dann verfügt Scheifele wie kaum ein anderer Dax-Chef über die Gabe: Gürtel enger schnallen. Was bei anderen eine Notfallmaßnahme wäre, ist für den reaktionsschnellen Scheifele fast eine Passion.

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