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03.05.2012

11:07 Uhr

Heidelberg Cement

Die Sünden der Vergangenheit

VonSiegfried Hofmann

Heidelberg Cement hat die Insolvenz abgewendet. Doch obwohl der Optimismus zurückkehrt, bleiben die strategischen Sünden der Vergangenheit sichtbar. Nun will Vorstandschef Bernd Scheifele umsteuern.

Der Vorstandsvorsitzende des größten Baustoffherstellers in Deutschland, HeidelbergCement, Bernd Scheifele. dpa

Der Vorstandsvorsitzende des größten Baustoffherstellers in Deutschland, HeidelbergCement, Bernd Scheifele.

FrankfurtDer Erfolg eines Managers hängt viel mehr davon ab, im Boot welcher Branche er sitzt, als davon, wie gut er rudert", urteilte der amerikanische Star-Investor Warren Buffett in einem seiner Aktionärsbriefe. Bernd Scheifele, der Chef der Heidelberg Cement AG, ist mit diesem Dilemma bestens vertraut.

Denn die gesamte Baustoffbranche, und damit auch Deutschlands führender Zementhersteller, muss derzeit gegen die Strömung rudern. Eine anhaltend schwache Baukonjunktur in Nordamerika und Teilen Europas sowie steigende Energiepreise haben die Hoffnung auf eine deutliche Erholung 2011 zunichte gemacht und dürften auch im laufenden Jahr die Entwicklung bremsen. Für Heidelberg Cement und seine Konkurrenten ist dieser Gegenwind umso lästiger, als sie noch immer umfangreichen Ballast mitschleppen, den sie in den letzten Jahren mit milliardenschweren Großakquisitionen einkauften.

MAN-Arbeiter bei der Arbeit. dapd

MAN-Arbeiter bei der Arbeit.

Scheifele und seine Vorstandskollegen in Heidelberg können sich allerdings zugute halten, dass sie in diesem schwierigen Umfeld besser vorankommen als die wichtigsten Konkurrenten. Während die Wettbewerber Holcim und Lafarge im vergangenen Jahr deutliche Umsatz- und Ergebnisrückgänge verbuchten und die mexikanische Cemex-Gruppe weiterhin rote Zahlen schreibt, konnte Heidelberg Cement den Umsatz immerhin um knapp zehn Prozent und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) noch um drei Prozent steigern. Scheifele hat in Sachen Effizienzverbesserung eine Bootslänge Vorsprung gegenüber der Konkurrenz herausgearbeitet.

Auch im Vergleich mit vielen anderen deutschen Industriekonzernen können sich die Umsatzrenditen des Heidelberger Baustoffriesen durchaus sehen lassen. Sie liegen immerhin um drei Punkte über dem Schnitt der Industrieunternehmen im Dax-30.

Andererseits zeigt die Entwicklung von HC aber auch, dass Umsatzmargen aus dem Blickwinkel der Eigentümer letztlich wenig aussagen. Denn bei der viel wichtigeren Frage, wie sich das Kapital der Aktionäre verzinst, macht der Baustoffriese nach wie vor keine gute Figur, wie zum Beispiel die eher bescheidene Eigenkapitalrendite von knapp vier Prozent zeigt.

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