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13.11.2015

13:36 Uhr

Heidelberger Druck

Druckmaschinenbauer tiefer in den roten Zahlen

Rückschlag für Heidelberg Druck: Im zweiten Quartal steigt der Verlust an. Trotzdem sieht sich der Konzern auf Kurs. Dabei spielt auch der Verkauf der ehemaligen Firmenzentrale eine Rolle.

„Wir liegen zur Halbzeit des laufenden Geschäftsjahres im Plan.“ dpa

Heidelberger Druck

„Wir liegen zur Halbzeit des laufenden Geschäftsjahres im Plan.“

FrankfurtDer Maschinenbauer Heidelberger Druckmaschinen hat auf seinem Sanierungskurs einen Rückschlag erlitten. Das operative Ergebnis sank im zweiten Quartal trotz eines Umsatzanstiegs auf 8,8 Millionen Euro von zwölf Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Nach Steuern stieg der Verlust um ein Fünftel auf 9,4 Millionen Euro, während Analysten einen Rückggang erwartet hatte. Die Aktien rauschten um 18,6 Prozent auf 2,21 Euro in die Tiefe - der größte Kurssturz seit rund sechs Jahren.

Finanzchef Dirk Kaliebe sagte, nach dem starken Auftaktquartal habe Heidelberger Druckmaschinen das Tempo nicht halten könne, bleibe aber im Geschäftsjahr 2015/16 auf Kurs zu schwarzen Zahlen nach Steuern. „Wir hoffen, nachhaltig profitabel zu werden und werden das in diesem Jahr auch erreichen“, sagte er. Die Zahlen im zweiten Quartal sehen Kaliebe zufolge schlechter aus als sie sind. Denn vor einem Jahr habe ein Sonderertrag aus einer Übernahme das Vorsteuerergebnis um 18 Millionen Euro erhöht.

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Während das Auslandsgeschäft mit China schwächelt, verzeichnet der Maschinenbau im Euroraum und in den USA deutliche Zuwächse. Noch bleibt Deutschlands Vorzeigebranche gelassen. Allerdings drohen ihr unruhige Zeiten.

Die Genesung von Vorstandschef Gerold Linzbach, der sich wegen Krankheit im Frühjahr zurückziehen musste, macht nach den Worten von Kaliebe deutliche Fortschritte. Linzbach werde voraussichtlich noch in diesem Jahr an seinen Schreibtisch in Wiesloch zurückkehren.

Der Weltmarktführer für Bogenoffsetdruckmaschinen kämpft schon seit Jahren mit Verlusten. Wegen des Einbruchs des Werbemarktes und der Verdrängung von Print-Erzeugnissen durch das Internet mussten viele Druckereien seit der Finanzkrise 2008 schließen. Heideldruck brachen die Aufträge weg. Heute erzielt das Unternehmen nur noch die Hälfte des Umsatzes mit dem Maschinenbau und hat das profitablere Geschäft mit Dienstleistungen und Verbrauchsmaterialien ausgebaut.

Seine Jahresziele sieht der SDax -Konzern nicht in Gefahr. In der zweiten Hälfte des im April begonnenen Geschäftsjahres 2015/16 sollen Umsatz und Ergebnis stärker steigen und Effizienzmaßnahmen greifen. Zudem hat Heidelberger Druckmaschinen seine ehemalige Zentrale in Heidelberg mittlerweile verkauft und einen hohen einstelligen Millionenbetrag erzielt, der im zweiten Halbjahr verbucht wird.

Im Gesamtjahr wollen die Kurpfälzer den Umsatz währungsbereinigt um zwei bis vier Prozent steigern. Mindestens acht Prozent vom Umsatz sollen als Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) übrigbleiben. Im ersten Halbjahr lag die Rendite mit einem bereinigten Ebitda von 79 Millionen Euro bei rund sieben Prozent.

Von

rtr

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