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30.03.2012

18:00 Uhr

Heidelberger Druck

Einigung über erneuten Stellenabbau

Heidelberger Druck hat im Zuge seines Sanierungsplans ein Etappenziel erreicht. Mit den Arbeitnehmern konnte das Unternehmen eine Einigung über einen erneuten Stellenabbau erzielen. Rund 2000 Jobs sollen wegfallen.

Innerhalb der kommenden zwei Jahre will Heidelberger Druck rund 2000 Stellen streichen. dapd

Innerhalb der kommenden zwei Jahre will Heidelberger Druck rund 2000 Stellen streichen.

FrankfurtDer zweite massive Stellenabbau beim Druckmaschinenbauer Heidelberger Druck innerhalb von drei Jahren ist unter Dach und Fach. Innerhalb von zwei Jahren sollen rund 2000 der verbliebenen 15.700 Arbeitsplätze wegfallen, der Rest der Belegschaft arbeitet von Mai an nur 31,5 statt 35 Stunden bei zehn Prozent weniger Lohn, wie das Unternehmen nach der Einigung mit den Arbeitnehmervertretern am Freitag mitteilte. Heidelberger Druck will damit aus den roten Zahlen kommen: Das Sparprogramm soll die Kosten im Geschäftsjahr 2013/14 (31. März) um 180 Millionen Euro senken und einen operativen Gewinn von 150 Millionen Euro bringen. 60 Millionen Euro Einsparungen sollen sich schon im Ergebnis 2012/13 zeigen. Zunächst kosten Abfindungen und Frührente aber Geld: Diese 150 Millionen Euro würden zum großen Teil 2011/12 verbucht.

Die Einigung half der Heidelberger-Druck-Aktie auf die Sprünge: Das kürzlich in den Kleinwerteindex SDax abgestiegene Papier schoss um acht Prozent auf 1,52 Euro nach oben.

Vor gut zehn Jahren arbeiteten noch 25.000 Menschen für Heidelberger Druck. Nach dem Verkauf des Digital- und Rollen-Druckmaschinen-Geschäfts blieben gut 20.000. Doch der Konzern stemmte sich weiter vergeblich gegen die Auftrags-Erosion, da Kopiergeräte immer leistungsfähiger werden und kleine Druckereien weniger Maschinen orderten. Der Konkurrent Manroland hatte nach der Insolvenz 2200 Arbeitsplätze gestrichen. Auch die Würzburger Koenig & Bauer AG muss sparen - an den Aktionären: Sie müssen auf eine Dividende für 2011 verzichten, da der Gewinn fast auf Null geschmolzen ist. Bei Koenig & Bauer fallen in diesem Jahr noch 400 Stellen weg.

In der neuen Struktur soll Heidelberger Druck schon mit 2,4 Milliarden Euro Umsatz schwarze Zahlen schreiben, 2010/11 waren es 2,6 Milliarden, vor fünf Jahren noch 3,8 Milliarden Euro. Die Kapazitäten sinken dank Stellenabbau und Arbeitszeitverkürzung um 15 Prozent. „Die schnelle Einigung ermöglicht es uns, die vereinbarten Maßnahmen früher als geplant bereits zum 1. Mai umzusetzen und den geplanten Stellenabbau sozialverträglich zu gestalten“, sagte Vorstandschef Bernhard Schreier. Heidelberger Druck setzt auf Abfindungen vor allem für ältere Mitarbeiter statt auf einen Sozialplan, damit die Alterststruktur in der Belegschaft nicht in Schieflage gerät. Kündigungen sollten nach Möglichkeit vermieden werden.

Von

rtr

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