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04.02.2015

09:51 Uhr

Heidelberger Druck

Sanierung brockt Maschinenbauer Verlust ein

Die Restrukturierung von Heidelberger Druck kostete Millionen von Euro und rund 1000 Stellen. Der kriselnde Maschinenbauer gerät tiefer in die roten Zahlen, hofft aber künftig wieder auf nachhaltiges Wachstum.

Die Finanzkrise und der Vormarsch des Internet ließen die Nachfrage nach Druckmaschinen einbrechen. obs

Weltmarktführer für Bogenoffsetdruckmaschinen Heidelberger Druck

Die Finanzkrise und der Vormarsch des Internet ließen die Nachfrage nach Druckmaschinen einbrechen.

StuttgartDer Abbau von rund 1000 Stellen hat den kriselnden Maschinenbauer Heidelberger Druckmaschinen tiefer in die roten Zahlen gedrückt. Nach Steuern betrug der Verlust nach drei Quartalen 95 Millionen Euro gegenüber einem Minus von 40 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Für die Restrukturierung fielen Kosten von 72 Millionen Euro an. Ohne die Sondereinflüsse verdienten die Heidelberger 29 Millionen Euro nach zehn Millionen Euro im Vorjahr. Der Weltmarktführer für Bogenoffsetdruckmaschinen strich mehrere hundert Stellen in seinem Kerngeschäft und stellte den Bau von Maschinen zur Weiterverarbeitung teilweise ein.

Vorstandschef Gerold Linzbach will das Unternehmen nach jahrelanger Krise so wieder auf Wachstumskurs bringen. Die Bereinigung des Portfolios sei nun abgeschlossen, erklärte er. „Ich bin zuversichtlich, dass wir durch den strategischen Umbau ab dem nächsten Geschäftsjahr unsere Zielmarge nachhaltig erreichen und zukünftig wieder wachsen werden“, ergänzte er.

Heidelberger Druck strebt ein Ergebnis vor Zinsen und Abschreibungen in Höhe von acht Prozent an. Das Hauptgeschäft, der Bau von Druckmaschinen, blieb jedoch auch im dritten Quartal operativ defizitär. Das liege vor allem am schwachen Neumaschinengeschäft in China, erklärte das Unternehmen.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 11 – Stihl

Umsatz in 2013: 2,81 Milliarden Euro

Stihl ist ein schwäbisches Familienunternehmen mit Hauptsitz in Waiblingen-Neustadt, tätig in über 160 Ländern. Stihl entwickelt, fertigt und vertreibt motorbetriebene Geräte für die Forstwirtschaft, Landschaftspflege und die Bauwirtschaft.

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2013: 3,35 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2013: 3,5 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2014: 3,75 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Gea

Umsatz 2014: 4,52 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2014: 4,68 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion-Gruppe wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 - Knorr Bremse

Umsatz 2014: 5,2 Milliarden Euro

Das Unternehmen aus München ist der weltweit führende Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge. gegründet wurde es 1905 in Berlin.

Platz 4 – Voith

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14: 5,35 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 3 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2014: 6,27 Milliarden Euro (nur Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2014: 17,05 Milliarden Euro

Die Linde-Gruppe sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14: 17,06 Milliarden Euro (nur Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Der Umsatz lag mit 1,55 Milliarden Euro zum Ende des dritten Quartals acht Prozent unter Vorjahresniveau. Im Gesamtjahr 2014/15 soll das Minus fünf Prozent betragen, der Nachsteuergewinn ohne Sondereinflüsse aber steigen.

Im dritten Quartal hatten die von Reuters befragten Analysten mit einem besseren bereinigten Ergebnis gerechnet. Mit zehn Millionen Euro erwirtschaftete Heidelberger Druck nur halb so viel wie erwartet. Die Finanzkrise und der Vormarsch des Internet ließen die Nachfrage nach Druckmaschinen einbrechen.

Von

rtr

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