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08.06.2017

14:41 Uhr

Heidelberger Druckmaschinen

Vom Maschinenbauer zum „Amazon der Druckbranche“

Heidelberger Druck konnte dank eines Gewinnanstiegs das Geschäftsergebnis deutlich verbessern. Der Konzern läutet damit eine „neue Wachstumsära“ ein. Chef Rainer Hundsdörfer kündigt dafür einen Zukauf an.

Der Firmenchef setzt auf digitale Geschäftsfelder und hofft auf weitere Erfolge. dpa

Rainer Hundsdörfer

Der Firmenchef setzt auf digitale Geschäftsfelder und hofft auf weitere Erfolge.

FrankfurtHeidelberger-Druck-Chef Rainer Hundsdörfer will dem Maschinenbauer mit dem Ausbau des Digitalgeschäfts zu neuem Glanz verhelfen. „Es ist möglich und ich bin sicher, Heidelberg wird wieder ein Leuchtturm des Maschinenbaus werden“, sagte er am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. „Beim Thema Digitalisierung liegen wir deutlich vor anderen Firmen aus dem Maschinenbau“

Ein „Amazon der Druckbranche“ werde Heidelberger werden, versprach Hundsdörfer. Im laufenden Geschäftsjahr 2017/18 sollen dafür die Weichen gestellt werden. Der Konzern wolle sein Portfolio in wachsenden Märkten wie dem Verpackungs- und Etikettendruck, dem Digitaldruck, bei Verbrauchsmaterialien und Software erweitern – auch durch Zukäufe.

An der Börse kam das gut an: Heidelberger-Druck-Aktien waren mit einem Plus von rund vier Prozent größter Gewinner im Kleinwertsegment SDax. Der Konzern war wegen der Pleite vieler Druckereien in der Finanzkrise und des Umbruchs im Druckgeschäft durch das Internet in die Krise geraten. Hundsdörfers Vorgänger Gerold Linzbach hatte die Firma aber dank jahrelanger Sanierung zurück in die schwarzen Zahlen gebracht.

Sechs Entwicklungen, die die kommenden Jahre beherrschen

Computing überall

Mobile Geräte bieten ständigen Online-Anschluss. Dadurch ist die kontinuierliche und damit aktuelle, weltweite Information der Nutzer, auch in der Produktion und im Handel, möglich.

Internet der Dinge (IoT)

Geräte tauschen untereinander und mit den Nutzern automatisch Infos aus. Etwa die Haushaltsgeräte mit dem Stromzähler, um die günstigsten Verbrauchszeiten herauszufinden.

3-D-Druck

Die neuen Drucker können fast jedes dreidimensionale Objekt herstellen. Typische Materialien sind Kunststoffe, Kunstharze, Keramiken und Metalle.

Big Data

Große Datenmengen, etwa aus dem IoT, von Social Media oder aus mobilen Geräten, werden automatisch analysiert und sind in Anwendungen eingebettet.

Intelligente Maschinen

Sie lernen selbstständig und handeln entsprechend dem Trends zur Industrie 4.0. Die smarten Maschinen gelten als Technologie, die vorhandene Geräte weitgehend ersetzt.

Systeme mit Umgebungsdaten

Sie erfassen, etwa via Sensoren, den Kontext der Nutzer und der Geräte und liefern ausgewählte Daten. Damit lassen sich zum Beispiel Sicherheitssysteme verstärken.

Quelle: Creditreform 1 2017

Für 2017/18 stellte der Vorstand einen moderaten Anstieg des Nachsteuergewinns in Aussicht, der sich auch in den Folgejahren weiter erhöhen soll. Der Umsatz soll das Vorjahresniveau von 2,5 Milliarden Euro erreichen, ab 2018/19 seien aber kontinuierlich steigende Umsätze zu erwarten. 2016/17 waren die Heidelberger beim Umsatz kaum vom Fleck gekommen, hatten aber ihren Nachsteuergewinn um gut 28 Prozent auf 36 Millionen Euro erhöht.

Für Heidelberger Druck soll laut Hundsdörfer nun eine „neue Wachstumsära“ beginnen. Bis 2022 will der Konzern seinen Umsatz auf rund drei Milliarden Euro steigern. Der Betriebsgewinn (Ebitda) soll auf 250 bis 300 Millionen Euro zulegen, der Nachsteuergewinn auf mehr als 100 Millionen. Ausreichend Spielraum für Übernahmen sei vorhanden, versicherte Finanzchef Dirk Kaliebe. Er konnte in dieser Woche bereits zwei Akquisitionen ankündigen, die Heidelberger Druck einen zusätzlichen Umsatz von gut 30 Millionen Euro einbringen. Auf eine Dividende müssen die Aktionäre dagegen weiter verzichten, das ist laut Kaliebe kurzfristig noch kein Thema.

Von

rtr

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