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21.07.2015

17:00 Uhr

Heideldruck

Druckmaschinen-Bauer macht unterm Strich Gewinn

Einbrechender Werbemarkt, Digitalisierung – der Markt für Druckmaschinen ist krisengeplagt. Heidelberger Druck hat darauf mit einem Umbau reagiert – offenbar mit Erfolg.

Guter Messeverlauf in China. dpa

Heidelberger Druck

Guter Messeverlauf in China.

StuttgartDer krisengeplagte Maschinenbauer Heidelberger Druck kommt wieder in Fahrt. Dank eines Konzernumbaus, den das Unternehmen kürzlich für abgeschlossen erklärt hat, stiegen Umsatz und Gewinn im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2015/16 deutlich an. „Mit dem Start ins neue Geschäftsjahr ist Heidelberg auf gutem Weg, die angestrebten Jahresziele zu erreichen“, sagte Finanzchef Dirk Kaliebe, der an der Spitze des Unternehmens derzeit den erkrankten Chef Gerold Linzbach vertritt, am Dienstag. Die im Kleinwerteindex SDax notierte Aktie schoss zeitweise um zwölf Prozent in die Höhe.

Heidelberger Druckmaschinen verdiente von April bis Juni vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 46 Millionen Euro nach nur sechs Millionen Euro im Vorjahresquartal. Nach dem Abzug von Sondereinflüssen, wie etwa im Vorjahr abgeschlossene Verträge für Altersteilzeit, stand ein Betriebsgewinn von 13 Millionen Euro zu Buche nach einem Verlust von elf Millionen Euro.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 11 – Stihl

Umsatz in 2013: 2,81 Milliarden Euro

Stihl ist ein schwäbisches Familienunternehmen mit Hauptsitz in Waiblingen-Neustadt, tätig in über 160 Ländern. Stihl entwickelt, fertigt und vertreibt motorbetriebene Geräte für die Forstwirtschaft, Landschaftspflege und die Bauwirtschaft.

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2013: 3,35 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2013: 3,5 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2014: 3,75 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Gea

Umsatz 2014: 4,52 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2014: 4,68 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion-Gruppe wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 - Knorr Bremse

Umsatz 2014: 5,2 Milliarden Euro

Das Unternehmen aus München ist der weltweit führende Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge. gegründet wurde es 1905 in Berlin.

Platz 4 – Voith

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14: 5,35 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 3 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2014: 6,27 Milliarden Euro (nur Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2014: 17,05 Milliarden Euro

Die Linde-Gruppe sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14: 17,06 Milliarden Euro (nur Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Der Hersteller von Maschinen zum Druck von Katalogen, Büchern, Massendrucksachen und Verpackungen profitierte eigenen Angaben zufolge von einem guten Messeverlauf in China sowie zusätzlichem Geschäft aus der Übernahme des Branchenzulieferers Printing Systems Group (PSG). Der Umsatz stieg um fast 30 Prozent auf 560 Millionen Euro.

Das Marktumfeld für Heidelberger Druck ist derzeit alles andere als einfach. Wegen des Einbruchs des Werbemarktes und der Verdrängung von Printerzeugnissen durch das Internet mussten viele Druckereien schließen. Die Nachfrage nach neuen Maschinen ist bei dem Weltmarktführer für Bogenoffsetdruckmaschinen stark zurückgegangen. Um gegenzusteuern, wollen die Heidelberger das weniger schwankungsanfällige und profitablere Geschäft mit Dienstleistungen und Verbrauchsmaterialien ausbauen. Dazu wurde PSG übernommen, zudem soll der Digitaldruck ausgebaut werden. Dabei setzt Heidelberger Druck auf die Kooperation mit den japanischen Firmen Ricoh und Fujifilm.

Im Rahmen des Konzernumbaus hatte das Management zahlreiche Stellen gestrichen und stellte die Herstellung von Maschinen zur Weiterverarbeitung teilweise ein. Das Unternehmen zählt noch rund 12.000 Mitarbeiter - vor dem Ausbruch der Finanzkrise waren es noch knapp 20.000.

Von

rtr

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