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07.08.2012

16:47 Uhr

Heineken überboten

Um Tiger-Bier entbrennt ein Bieter-Wettstreit

Der Brauereikonzern Heineken schien die Marke Tiger-Bier schon fest in der Hand zu halten. Doch nun sticht ein thailändischer Konkurrent die Übernahme-Offerte der Niederländer aus. Ein Bieter-Wettstreit entflammt.

Heineken greift nach der asiatischen Biermarke Tiger - und wird überraschend überboten. AFP

Heineken greift nach der asiatischen Biermarke Tiger - und wird überraschend überboten.

SingapurUm den Brauer der asiatischen Marke Tiger-Bier entsteht ein heftiger Bieterwettkampf. Nach der Ankündigung des niederländischen Brauereikonzerns Heineken, die Kontrolle über die Brauerei Asia Pacific (APB) aus Singapur zu übernehmen, bot das thailändische Unternehmen Kindest Place am Dienstag zehn Prozent mehr als Heineken, wie der Eigentümer des umkämpften 40-Prozent-Anteils, Fraser & Neave (F&N), mitteilte. Kindest Place bot demnach 55 Singapur-Dollar pro Aktie, während Heineken 50 Singapur-Dollar geboten hatte.

Man werde das neue Angebot prüfen, das bis zum 16. August gelte, teilte F&N mit. Heineken hatte am Freitag mitgeteilt, den 40-Prozent-Anteil von F&N für 5,1 Milliarden Singapur-Dollar (3,3 Milliarden Euro) zu übernehmen. Der Eigentümer habe ein entsprechendes Angebot angenommen, nun müsse die Transaktion noch endgültig ausgehandelt werden.

Die größten Bierbrauer weltweit

Platz 10

BGI / Groupe Castel (Frankreich)

Das französische Traditionsunternehmen BGI / Groupe Castel verkauft nicht nur Bier, sondern auch Wein und Soft Drinks. Insbesondere in Afrika sind die Franzosen mit ihren Marken Castel und Flag gut aufgestellt.

Ausstoß (Mio. hl): 29,8

*Quelle: Barth-Haas Group/Statista, alle Zahlen für 2015

Platz 9

Kirin (Japan)

Die Japaner haben durchaus Sinn für ausgefallene Bierkreationen, entwarfen vor wenigen Jahren ein Frozen Beer. Obwohl die Brauerei, die zum Industriekonglomerat Mitsubishi gehört, ihre Vormachtstellung auf dem Heimatmarkt vor zehn Jahren an Asahi abtreten musste, ist sie global führend.

Ausstoß (Mio. hl): 43,1

Platz 8

Beijing Yanjing Beer Company (China)

Yanjing ist der Durchstarter in Asien. In rasantem Tempo hat sich das Kleinunternehmen zu einem mächtigen Konzern im asiatischen Raum entwickelt. Die Gründung der Brauerei liegt nur gut 30 Jahre zurück.

Ausstoß (Mio. hl): 48,3

Platz 7

Molson-Coors (USA/Kanada)

Die Erfinder des Dosenbiers sind auch international längst eine Größe. 2012 übernahm das Unternehmen die tschechische Brauereigruppe StarBev, zu der auch Staropramen gehört. Dadurch gehören die Amerikaner vor allem in Osteuropa zu den führenden Brauern.

Ausstoß (Mio. hl): 58,1

Platz 6

Tsingtao Brewery (China)

Die Chinesen haben ihren Einfluss in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Als einer der Hauptsponsoren der olympischen Spiele von 2008 in Peking hat sich Tsingtao fest etabliert. Bereits seit 1972 vertreibt die Firma ihre Produkte auch in den USA.

Ausstoß (Mio. hl): 70,5

Platz 5

China Resource Brewery (China)

Dieses Unternehmen setzt auf Kompetenz aus Europa: Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“ für den chinesischen Markt. Und das durchaus erfolgreich. Wächst die Marke weiter wie bisher, dürfte bald im Ranking aufsteigen.

Ausstoß (Mio. hl): 117,4

Platz 4

Carlsberg (Dänemark)

Die Dänen haben sich längst von einer regionalen Marke zum Global Player entwickelt. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.

Ausstoß (Mio. hl): 120,3

Platz 3

Heineken (Niederlande)

Die Welt trinkt Heineken, möchte man meinen. Die Marke hat sich international längst etabliert. Heineken ist auch an den deutschen Marken Kulmbacher und Paulaner beteiligt.

Ausstoß (Mio. hl): 188,3

Platz 2

SAB Miller (Vereinigtes Königreich)

Die britische Brauerei ist berühmt-berüchtigt für das „Miller“. Die ur-amerikanische Marke gehört seit 2002 zum SAB-Miller-Konzern und hat sich die australische Traditionssorte Foster's einverleibt.

Ausstoß (Mio. hl): 191,3

Platz 1

Anheuser-Busch Inbev NV/ SA (Belgien)

Der amerikanisch-belgisch-brasilianische Brauriese kann seinen Marktenteil sogar weiter steigern. Mittlerweile stammt jedes fünfte Bier, das weltweit verkauft wird, aus dem Konzern. Die bekannteste deutsche Marke im Portfolio ist Beck's.

Ausstoß (Mio. Hektoliter): 409,9

Heineken besitzt schon 41,9 Prozent am Tiger-Bier-Hersteller APB, Kindest Place hält 8,6 Prozent. Eigentümer von Kindest Place ist der Schwiegersohn des thailändischen Getränke-Tycoons Charoen Sirivadhanabhakdi, dessen Thai Beverage 24 Prozent von F&N kontrolliert.

Bei der Vorlage des Übernahmeangebots Ende Juli hatte Heineken erklärt, es wolle seine Präsenz "auf einem der aufregendsten und dynamischsten Märkte der Welt mit einer schnell wachsenden Bevölkerung" ausbauen. Mit APB hätte Heineken Zugang zu Märkten wie China, Indonesien, Malaysia, Thailand und Vietnam - und der Bierdurst in Asien wächst.

Von

afp

Kommentare (3)

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Joker1

07.08.2012, 18:02 Uhr

Tiger-Bier wurde doch bis 2008 in Berlin an exklusive Lokale verkauft.
Importeur war ein kleiner, Berlinergetränkeimporteur, der
mittlerweile Konkurs angemeldet hat.
Das Projekt muss also ein Flop gewesen sein.

sons_of_liberty

07.08.2012, 18:08 Uhr

Hoffentlich übernimmt Heineken Tiger Bier.

Ich bin ein Anhänger der Globalisierung, ich brauche an jeder Ecke nen McDreck wo die Burger nach Pappe schmecken und Bier welches überall gleich "schmeckt".

Chrissichris

20.08.2012, 10:58 Uhr

Nur zur Info für Joker1 - Tiger wird in Deutschland von einer Firma namens Global Drinks vertrieben...wohl mit Erfolg, wenn man sich den Einzelhandel und Gastronomien in Berlin anschaut, die alle Tiger führen..

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