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30.08.2011

11:42 Uhr

Heinz Jörg Fuhrmann

Salzgitter-Chef kontrolliert Aurubis

In Europas größter Kupferhütte macht der langjährige Vorsitzende des Aufsichtsrats, Ernst Wortberg, Platz für einen Neuen. Salzgitter-Chef Fuhrmann rückt vor und übernimmt bei Aurubis die Macht.

Heinz Jörg Fuhrmann nach einer Bilanzpressekonferenz der Salzgitter AG. dapd

Heinz Jörg Fuhrmann nach einer Bilanzpressekonferenz der Salzgitter AG.

WolfsburgDer Stahlkocher Salzgitter übernimmt die Macht bei Europas größter Kupferhütte Aurubis. Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann sei mit Wirkung zum 1. Oktober zum Aufsichtsratsvorsitzenden des Hamburger Industriekonzerns gewählt worden, teilte Aurubis am Dienstag mit. Für ihn mache der langjährige Vorsitzende des Gremiums, Ernst Wortberg, Platz. Wortberg soll dem Kontrollrat weiter angehören und in den Ausschüssen mitarbeiten.

Zuvor hatte Salzgitter seinen Anteil an Aurubis wieder über die wichtige Schwelle von 25 Prozent gehievt, mit der der Konzern Entscheidungen blockieren kann. Salzgitter ist der einzige strategische Investor bei Aurubis, der Rest der Anteile ist breit gestreut. Der ThyssenKrupp -Konkurrent hatte seinen Stimmrechtsanteil im Zuge der Kapitalerhöhung bei Aurubis zu Jahresanfang verwässern lassen. Die Beteiligung sank damals von über 25 auf rund 23 Prozent. Salzgitter bekräftigte am Dienstag, eine weitere Aufstockung sei nicht geplant. „Wir fühlen uns mit der Größenordnung, die wir erreicht haben, bei Aurubis wohl“, sagte ein Sprecher.

Salzgitter war 2008 bei Aurubis eingestiegen und hatte mit den Hamburgern eine Zusammenarbeit unter anderem bei Forschung und Einkauf vereinbart. Über kleinere Projekte kam die Allianz allerdings nicht hinaus. Branchenkenner hatten daher erwartet, dass sich Salzgitter über kurz oder lang wieder von Aurubis trennt. Als dann auch noch Aurubis-Chef Bernd Drouven überraschend mitten in der Expansion seinen Rückzug ankündigte, wurden Konflikte mit Fuhrmann vermutet. Dieser habe Drouvens Expansionskurs nicht unterstützt, wurde im Unternehmensumfeld gemutmaßt.

Drouven hatte unmittelbar davor den Kauf der Walzproduktsparte der britischen Luvata-Gruppe angekündigt. Für deren Übernahme hat der Konzern inzwischen von den EU-Wettbewerbshütern grünes Licht erhalten. Spekulationen über Misstöne zwischen Drouven und Fuhrmann hat Salzgitter stets zurückgewiesen. Drouven selbst hat sich bislang nicht zu den Gründen für sein Ausscheiden zum Jahresende geäußert.

Salzgitter profitiert in erheblichem Umfang von seiner Beteiligung, da das Kupfergeschäft gut läuft. Zum Vorsteuergewinn des niedersächsischen Konzerns von 130 Millionen Euro zur Jahresmitte steuerten die Hamburger fast 50 Millionen Euro bei. Auch in seinem eigenen Geschäft verdient Salzgitter wieder gut. Einer der größten Kunden von Salzgitter ist Europas führender Autobauer Volkswagen, der zurzeit die Produktion rund um den Globus hochfährt.

Europas größte Kupferhütte Aurubis registriert nach früheren Angaben derzeit keine Anzeichen einer Konjunkturabkühlung und verdient glänzend. Die Anlagen zur Kupfererzeugung sind gut ausgelastet. Auch bei Kupferprodukten, dem zweiten wichtigen Standbein, erwartete Aurubis zuletzt eine Fortsetzung der hohen Nachfrage aus Europa sowie in den Exportmärkten. Angekurbelt wird die weltweit hohe Kupfernachfrage nach wie vor durch den Rohstoffhunger der aufstrebenden Wirtschaft in China.

Von

rtr

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