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10.07.2012

10:31 Uhr

Hemdenhersteller

Eurokrise drückt auf Exportzahlen von Olymp

Der Textilproduzent schraubt seine Wachstumsprognose für diese Jahr nach unten. Während die Verkäufe in Deutschland stabil bleiben, sinken sie im Ausland. Markenstreits in Spanien und den USA behindern die Expansion.

Hemden des Bekleidungsunternehmens Olymp im Showroom des Unternehmens in Bietigheim-Bissingen. dpa

Hemden des Bekleidungsunternehmens Olymp im Showroom des Unternehmens in Bietigheim-Bissingen.

StuttgartDer Bekleidungshersteller Olymp bekommt im europäischen Ausland die Kaufzurückhaltung zu spüren und kalkuliert im laufenden Jahr ein langsameres Wachstum als 2011 ein. In Frankreich, Großbritannien oder Griechenland agierten die Kunden zögerlich, sagte der Geschäftsführende Gesellschafter des Herrenmode-Herstellers, Mark Bezner, in einem am Dienstag veröffentlichten Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. In Irland seien die Verkäufe um die Hälfte zurückgegangen und lägen damit auf dem Niveau des Jahres 2008. In Deutschland liefen die Geschäfte von Olymp dagegen stabil.

„Wir werden dieses Jahr nicht erneut zweistellig wachsen“, sagte Bezner, dem die Hälfte des 1951 von seinem Großvater gegründeten Unternehmens gehört. Bei einem 2012 voraussichtlich um zwei bis drei Prozent schrumpfenden Markt in Deutschland werde der Olymp-Umsatz im laufenden Jahr voraussichtlich um einen mittleren einstelligen Prozentsatz zulegen. 2011 hatte der in Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart ansässige Hersteller von Herren-Oberhemden, Krawatten, Poloshirts und Strickwaren die Erlöse um gut ein Viertel auf knapp 179 Millionen Euro hochgeschraubt.

Wer Textilien nach Deutschland liefert

Pakistan

Einfuhrwert in Mrd. Euro (Jan. - Nov. 2011): 0,46

Veränderung zum Vorjahreszeitraum: + 37 %

Rumänien

Einfuhrwert in Mrd. Euro (Jan. - Nov. 2011): 0,48

Veränderung zum Vorjahreszeitraum: + 5,3 %

Vietnam

Einfuhrwert in Mrd. Euro (Jan. - Nov. 2011): 0,54

Veränderung zum Vorjahreszeitraum: + 26,7 %

Indonesien

Einfuhrwert in Mrd. Euro (Jan. - Nov. 2011): 0,57

Veränderung zum Vorjahreszeitraum: + 19,8 %

Niederlande

Einfuhrwert in Mrd. Euro (Jan. - Nov. 2011): 0,75

Veränderung zum Vorjahreszeitraum: + 14,1 %

Italien

Einfuhrwert in Mrd. Euro (Jan. - Nov. 2011): 0,98

Veränderung zum Vorjahreszeitraum: + 1,6 %

Indien

Einfuhrwert in Mrd. Euro (Jan. - Nov. 2011): 1,23

Veränderung zum Vorjahreszeitraum: + 16,1 %

Bangladesch

Einfuhrwert in Mrd. Euro (Jan. - Nov. 2011): 2,64

Veränderung zum Vorjahreszeitraum: + 32,3 %

Türkei

Einfuhrwert in Mrd. Euro (Jan. - Nov. 2011): 2,98

Veränderung zum Vorjahreszeitraum: + 6,3 %

China

Einfuhrwert in Mrd. Euro (Jan. - Nov. 2011): 8,33

Veränderung zum Vorjahreszeitraum: + 9,1 %

Quellen

Statistisches Bundesamt, German Fashion

Einschließlich der übernommenen Strickmode-Marke März aus München durchbrach Olymp im vergangenen Jahr erstmals die Umsatzschwelle von 200 Millionen Euro. Bei Strickwaren gebe gemeinsam mit März noch großes Potenzial, sagte Bezner. Die März-Produktionsstätte in Ungarn solle daher für einen einstelligen Millionen-Betrag erweitert werden.

Der Mittelständler Olymp mit rund 600 Beschäftigten entwirft seine Kollektionen überwiegend am schwäbischen Stammsitz und kauft die Stoffe in Italien, der Türkei und China ein. Fertigen lässt Olymp seit zwei Jahrzehnten nur noch im Ausland bei Partnern in Kroatien, Mazedonien, Vietnam, Indonesien sowie China. „Alle Betriebe können alles produzieren“, sagt Bezner, der im Vorjahr rund zehn Millionen Bekleidungsstücke herstellen ließ. Die Kosten für den Versand der Ware aus Ostasien nach Europa schrecken den Manager nicht: Denn die Verschiffung eines Containers in Indonesien mit 14.000 Oberhemden und einem rechnerischen Wert von mehr als 800.000 Euro schlägt nur mit 2500 Dollar zu Buche.

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