Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.12.2014

14:07 Uhr

Henkel, BASF, VW

Wie deutsche Firmen unter der Russland-Krise leiden

VonLukas Bay, Lisa Hegemann, Dana Heide, Christof Kerkmann

Ein geplatzter Milliarden-Deal, enttäuschte Erwartungen, auf Eis gelegte Projekte – die Russland-Krise trifft auch deutsche Firmen hart, weitere Verkäufe könnten gefährdet sein. Doch es gibt auch Gewinner.

Dirk Müllers Cashkurs

„Russland ist von einer Staatspleite weit entfernt“

Dirk Müllers Cashkurs: „Russland ist von einer Staatspleite weit entfernt“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

DüsseldorfErst hatte die Russlandkrise nur kleinere Effekte, die Obstbauern beklagten, dass sie den Teil ihrer Ernte, der für Russland vorgesehen war, wegen des russischen Importverbotes nun anderweitig verkaufen müssen, Unternehmer sagten Konferenzen in Russland ab. Doch nun geht es Schlag auf Schlag. Große, von langer Hand geplante Projekte werden gestoppt, Lieferungen ausgesetzt.

„Aufgrund des aktuell schwierigen politischen Umfelds haben BASF und Gazprom beschlossen, den zum Jahresende geplanten Tausch von Unternehmensanteilen nicht zu vollziehen“, sagte Wintershall-Sprecher Stefan Leunig am Donnerstag. Er sprach von einem bereits seit zwei Jahren geplanten Deal zwischen dem deutschen Chemieunternehmen und dem russischen Energiekonzern. Vorgesehen war, dass Gazprom das bisher gemeinsame geführte Gashandels- und Speichergeschäft der BASF-Tochter Wintershall komplett an Gazprom gibt. Außerdem wollte sich das russische Staatsunternehmen zur Hälfte der Wintershall Noordzee beteiligt, die in der Nordsee Erdöl und Erdgas fördert. Als Gegenleistung wollten Gazprom und BASF gemeinsam Gasfelder in Westsibirien erschließen.

Es wäre kein kleiner Deal gewesen: Die BASF-Aktivitäten, die getauscht werden sollten, trugen im Jahr 2013 rund 12 Milliarden Euro zum Umsatz bei. Die Börse reagierte auf die Absage des Tauschs entsprechend entsetzt: Die Papiere des Unternehmens fielen am Freitag zeitweise um bis zu 3,2 Prozent.

Absatz deutscher Hersteller in Russland

Audi

Audi konnte den Absatz seiner Fahrzeuge in Russland im vergangenen Jahr um 7,9 Prozent auf 36.150 steigern.

BMW

BMW verkaufte 44.871 Fahrzeuge der BMW-Group im russischen Markt. 11,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Mercedes

Mercedes setzte 2013 in Russland 44.376 Autos ab. 19 Prozent mehr als im Vorjahr.

Volkswagen

Die Wolfsburger verkauften 156.247 Fahrzeuge der Marke VW in Russland. Fünf Prozent weniger als 2012. VW ist damit aber immer noch die sechststärkste Marke auf dem russischen Markt.

Mancher glaubt nun sogar, dass noch andere Projekte in Gefahr sind. „Anleger befürchten nun, dass weitere Deals mit Russland auf der Kippe stehen könnten“, sagte ein Händler der Nachrichtenagentur Reuters.

So will etwa der Energiekonzern RWE seine Öl- und Gasfördertochter Dea für 5,1 Milliarden Euro an eine Gruppe um den russischen Oligarchen Michail Fridman verkaufen. Ein wichtiger Deal für den angeschlagenen Versorger. „Wir arbeiten daran, die Transaktion zügig abzuschließen“, versuchte der Konzern am Freitag auf Nachfrage der Nachrichtenagentur Reuters die Anleger zu beruhigen. Es stünden noch einige Zustimmungen Dritter aus. „Ob wir die Gespräche hierzu bereits 2014 abschließen können, lässt sich derzeit nicht absehen.“ 

Andere Branchen sind bereits massiv von der Russlandkrise betroffen.

Kommentare (22)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Pia Paff

19.12.2014, 14:20 Uhr

Maut Lügnerin Merkel muss weg. Sie will eine DDR 2.0 installieren. In Dresden ist ein Anfang gemacht. Hoffe, dass ihr das (wie Erich) die Rübe kostet.

Herr Aleksej Novalnij

19.12.2014, 14:36 Uhr

Jetzt will Bulgarien doch süd stream aber Russland will nicht mit solche unzuverlässige Partner arbeiten.
Ukraine passt sehr gut in eure Europeische Familie.
Jetzt dreht Russland den Spiss um. und Ihr musst mit Russland über den Preiss handeln und mit Türcken über Transit nach Europpe.
IHR HABT IHR SELBST BESTRAFFT.

Herr Vittorio Queri

19.12.2014, 14:36 Uhr

>> Für die deutschen Autobauer etwa wird der einstige Wachstumsmarkt jetzt schon zur Belastung. >>

Was wollte man denn mit den Sanktionen erreichen ? Man wollte doch den Russischen Markt in die Knie zwingen. Deswegen hat man doch die Sanktionen eingeführt....auch die Deutsche Großindustrie wollte die Sanktionen und ist WIDERSPRUCHSLOS dem Primat der Politik gefolgt.

In anderen Ländern folgen die Politiker dem Primat der Wirtschaft....um mehr Wohlstand für das eigene Volk zu generieren.

Merkel macht den Russischen Wachstumsmarkt mit ABSICHT, zu Lasten der Deutschen Interessen, kaputt !

Das wollte man doch durch Sanktionen erreichen !

Das Gejammer ist jetzt verfehlt !

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×