Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.08.2012

11:45 Uhr

Hermann Thiele

Vossloh Großaktionär will doch mitbestimmen

Im Frühjahr 2011 ist Heinz Hermann Thiele bei Vossloh eingestiegen, vor einem Monat hat er seinen Anteil am Konzern aufgestockt. Nun will Thiele auf Personalentscheidungen Einfluss nehmen - entgegen früherer Bekundungen.

Eine Lok des Bahntechnikkonzerns Vossloh. ap

Eine Lok des Bahntechnikkonzerns Vossloh.

DüsseldorfVossloh -Großaktionär Heinz Hermann Thiele will den Kurs des Bahntechnikkonzerns künftig nun doch mitbestimmen. Thiele habe entgegen früheren Aussagen nun erklärt, er strebe „eine Einflussnahme auf die Besetzung von Verwaltungs-, Leitungs- und/oder Aufsichtsorganen“ an, teilte Vossloh am Donnerstag mit. Damit könnte es demnächst in der ansonsten betulichen Führungsspitze bei Vossloh unruhiger werden.

Bislang hatte sich der Vorstand gelassen gegeben, obwohl er über die Ziele des 71-jährigen Eigners des Bahn- und Nutzfahrzeugzulieferers Knorr-Bremse im Dunkeln tappt. Ist er sich doch bei der Firmenpolitik des Rückhalts der Gründerfamilie sicher, die mit rund 34 Prozent größter Aktionär ist und zudem keine Anstalten zum Verkauf macht.

Thiele war im Frühjahr 2011 bei Vossloh eingestiegen und hatte vor einem Monat seinen Anteil auf über 20 Prozent aufgestockt. Damals hatte der Milliardär mitgeteilt, er wolle nicht mitmischen. Er strebe ein langfristiges strategisches Engagement an und werde zudem weitere Vossloh-Stimmrechte in den kommenden Monaten kaufen. Durch eine Sperrminorität von mehr als 25 Prozent hat ein Großaktionär Einfluss auf das Unternehmen, da er unter anderem Hauptversammlungsbeschlüsse blockieren kann. Die Kartellbehörden in Deutschland und Österreich haben die Zukaufspläne des Managers bereits abgenickt.

Thiele, der sich kaum der größeren Öffentlichkeit präsentiert, war für Interviews bislang nicht erreichbar. Das Management seiner Firma hält sich zudem über die Aktivitäten des Firmengründers weitestgehend bedeckt. Zuletzt sagte der kommissarische Knorr-Bremse-Chef Lorenz Zwingmann, er sehe keine Synergieeffekte zwischen Knorr-Bremse und Vossloh. Die Produktfelder seien „völlig unterschiedlich“.

Knorr-Bremse stellt Bremsen für Hochgeschwindigkeitszüge, Lokomotiven, Straßen- und U-Bahnen, Lastwagen und Busse her. Daneben produziert der Konzern mit Sitz in München auch Türen, Klimaanlagen und Scheibenwischer für Schienenfahrzeuge sowie elektronische Steuerungen oder Fahrerassistenzsysteme für Nutzfahrzeuge. Das Traditionsunternehmen setzte im vergangenen Jahr mit rund 20.000 Mitarbeitern 4,24 Milliarden Euro um. Der Überschuss betrug 329 Millionen Euro.

Vossloh - unter anderem Produzent von Schienen und Weichen - hatte 2011 wegen ins Stocken geratener Geschäfte in Russland und China einen Gewinneinbruch verbucht. Bei einem Umsatz von knapp 1,2 Milliarden Euro verdiente der Konzern netto 55,7 (Vorjahr: 97,5) Millionen Euro. Die Aktionäre erhielten dennoch eine unveränderte Dividende von 2,50 Euro je Aktie. Vossloh beschäftigt rund 5000 Mitarbeiter.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×