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20.07.2015

12:21 Uhr

Hitco

SGL Carbon verkauft US-Tochter mit Verlust

Der angeschlagene Spezialgrafithersteller SGL Carbon hat sich von US-Tochter Hitco getrennt – mit einem Verlust von 47 Millionen Dollar. Dennoch will der Konzern sein Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern.

SGL hatte kürzlich einen Umbau des angeschlagenen Konzerns angekündigt. dpa

Werk von SGL Carbon in Meitingen

SGL hatte kürzlich einen Umbau des angeschlagenen Konzerns angekündigt.

FrankfurtDer Spezialgrafithersteller SGL Carbon hat mit dem Verkauf der US-Tochter Hitco einen Verlust eingefahren. Die Wiesbadener geben Hitco an den kanadischen Flugzeugteilebauer Avcorp ab und müssen dabei 47 Millionen Dollar drauflegen, wie SGL am Montag mitteilte.

SGL bekräftigte dennoch die Prognosen für das laufende Jahr, wonach das Betriebsergebnis im Vergleich zu 2014 deutlich steigen soll. An der Börse sorgte das für Aufatmen: Die Aktie legte um 3,4 Prozent zu und gehörte damit zu den größten Gewinnern im Kleinwerteindex SDax.

Das Minus aus dem Verkauf von Hitco, der amerikanischen Luftfahrt- und Rüstungssparte von SGL, resultiert unter anderem aus der Rückerstattung von erhaltenen Kundenanzahlungen, wie SGL mitteilte. Auf die Vermögensgegenstände der Tochter, die unter anderem Bauteile aus Carbonfasern für das Boeing-Flugzeug 787 Dreamliner herstellt, fallen Abschreibungen von bis zu 55 Millionen Euro an.

„Der Verkauf war offenbar deutlich schwieriger und komplexer als erwartet“, kommentierte DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp. „Die Halbjahreszahlen lagen trotzdem im Rahmen der Erwartungen.“

Der Umsatz von SGL, an der die Autobauer BMW und Volkswagen beteiligt sind, stagnierte in den ersten sechs Monaten des Jahres bei 655 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen (Ebitda) legte auf 61 Millionen Euro von 40,9 Millionen Euro zu. Die vollständigen Geschäftszahlen will SGL am 6. August präsentieren.

SGL hatte kürzlich einen Umbau des angeschlagenen Konzerns angekündigt. Das Kerngeschäft, die Herstellung von Grafitelektroden für die Stahlproduktion und Kathoden für die Aluminiumschmelze, soll innerhalb des Unternehmens rechtlich verselbstständigt werden. Damit könnte der Weg für einen Verkauf oder eine Partnerschaft geebnet werden.

Künftig will sich SGL stärker auf Wachstumsfelder wie das Geschäft mit Herstellern von Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos und Carbonfasern für Automobilkarosserien konzentrieren. Nach eigenen Angaben wird SGL auch in diesem Jahr nicht aus der Verlustzone kommen. 2014 dämmte der Konzern das Minus auf 247 Millionen Euro nach 317 Millionen Euro im Jahr davor ein.

Von

rtr

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