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09.05.2011

17:47 Uhr

Hochgeschwindigkeitszüge

Großauftrag für Siemens

Bis zu 300 Hochgeschwindigkeitszüge soll Siemens ab 2016 an die Deutschen Bahn liefern. Mit einem Auftragsvolumen von bis zu zehn Milliarden Euro ist es der größte Einzelauftrag in Siemens Unternehmensgeschichte.

Zufriedene Gesichter bei Peter Löscher, Siemens-Vorstandsvorsitzender, und Bahnchef Rüdiger Grube nach der Vertragsunterzeichnung. Quelle: dpa

Zufriedene Gesichter bei Peter Löscher, Siemens-Vorstandsvorsitzender, und Bahnchef Rüdiger Grube nach der Vertragsunterzeichnung.

Potsdam Bahnchef Rüdiger Grube und Siemens-Vorstandschef Peter Löscher unterzeichneten am Montag in Potsdam einen Vertrag zum kompletten Austausch der Fernzug-Flotte. Das 8000-seitige Abkommen regelt die Anschaffung von bis zu 300 Hochgeschwindigkeitszügen. 

Der Wert könnte Vertretern beider Unternehmen zufolge bis zu zehn Milliarden Euro betragen: Allein die ersten 220 Züge werden über sechs Milliarden Euro kosten. Die letzte Tranche von 80 Zügen der neuen Schnellzuggeneration ICx könnte demnach je nach Ausführung noch einmal einen Wert von rund zwei bis vier Milliarden Euro haben. Löscher sprach von einem historischen Tag. 

Es ist der größte Auftrag in der Geschichte beider Unternehmen. „Es scheint auch einer der größten Verträge zu sein, der überhaupt je in der deutschen Industriegeschichte vergeben wurden“, sagte Grube. Es gehe für die Bahn um einen Quantensprung in Sachen Qualität und Zuverlässigkeit für die Kunden, sagte der Unternehmenschef mit Blick auf die Pannenserien der Vergangenheit. Man habe jetzt die Chance ein neues Zeitalter in der Geschichte der Eisenbahn einzuläuten. In den nächsten Jahren bis 2025 wolle man ein Viertel mehr Kunden im Fernverkehr gewinnen. Die ersten ausgelieferten ICx sollen ab 2016 zunächst die über 30 Jahre alten Intercitys ablösen. 

„Es ist ein historischer Tag“, sagte Siemens-Chef Löscher. Mit der neuen Zuggeneration werde ein neues Kapitel aufgeschlagen. Der ICx verbrauche 30 Prozent weniger Strom und werde mehr Komfort bieten. Dabei denke er nicht nur an den Auftrag der Bahn: „Es sollte auch ein Exportschlager werden.“ Siemens verkauft seine Hochgeschwindigkeitszüge weltweit. 

Ramsauer: Konjunkturprogramm für Deutschland

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sieht in dem Großauftrag ein gleichzeitiges Konjunkturprogramm für Deutschland. Quelle: dpa

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sieht in dem Großauftrag ein gleichzeitiges Konjunkturprogramm für Deutschland.

Die neue Zuggeneration soll nahezu komplett in Deutschland gefertigt werden: „Der Auftrag sichert Tausende Arbeitsplätze, auch in der mittelständischen Zulieferindustrie“, sagte Verkehrsminister Peter Ramsauer. „Es ist ein kleines Konjunkturprogramm für unser Land.“ Die äußerlich dem ICE-3 ähnlichen Züge sollen rund 20 Tonnen leichter sein und flexibel in verschiedenen Zuglänge gekoppelt werden können. Die Bahn sichert sich in dem Vertrag umfassend gegen Qualitätsmängel etwa bei der Konstruktion der Achsen ab. Die Entwicklung wird komplett von Siemens vorfinanziert, die ersten Zahlung fallen erst bei Abnahme der Züge an. 

Nach den Pannen mit den ersten Generationen von ICE sollen die ICx nun gegen extreme Witterung wie Eis, Hitze und Platzregen gewappnet sein. Die Bahn verabschiedet sich aber vom Wettlauf um immer höhere Geschwindigkeiten: Die 130 Fahrzeuge der ersten Tranche sollen maximal Tempo 230 fahren.

 

 

 

Von

rtr

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