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14.01.2011

19:27 Uhr

Hochtief

EU hat keine Bedenken gegen Übernahme

Hochtief kann von der EU keine Rückendeckung erwarten: Die Kommission gibt grünes Licht für eine Übernahme des größten eutschen Baukonzerns Hochtief durch den spanischen Großaktionär ACS. Nun entscheidet der 18. Januar - das Ende der verlängerten Übernahmefrist.

Die EU-Kommission billigt die Übernahme von Hochtief durch ACS. Reuters

Die EU-Kommission billigt die Übernahme von Hochtief durch ACS.

HB DÜSSELDORF BRÜSSEL. Im Übernahmekampf um Hochtief schwinden die Chancen des deutschen Baukonzerns, seinem spanischen Angreifer ACS doch noch zu entkommen. Entscheidend für den Erfolg der ACS-Offerte - also das Überschreiten der 30-Prozent-Schwelle - sei das Ende der verlängerten Übernahmefrist, die am 18. Januar ausläuft, sagte eine BaFin-Sprecherin am Freitag.

Zum Ende der ersten Angebotsfrist am 29. Dezember hatten die Spanier die Hürde nur knapp übersprungen: ACS liegt ganze 262 000 Anteilsscheine darüber. Die EU-Kommission legt ACS keine Steine in den Weg: Die Brüsseler Wettbewerbshüter billigten die Übernahmepläne. Es gebe keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken, da die Unternehmen größtenteils in unterschiedlichen Ländern agierten, teilte die Kommission am Freitag mit.

Doch noch könnten die Pläne von ACS durchkreuzt werden: Händlern zufolge könnten Hedgefonds ihre Chance auf ein gutes Geschäft wittern, indem sie mit den bereits angedienten Hochtief-Aktien spekulieren. Ein Börsianer sagte, diese Investoren setzten womöglich darauf, dass die Offerte doch noch scheitere oder Hochtief neue Abwehrmaßnahmen ergreife - und dass in der Übernahmeschlacht eine neue Runde mit einem höheren Angebot eingeläutet würde.

ACS bietet den Hochtief- Aktionären neun eigene Aktien für jeweils fünf ihrer Anteilsscheine. In Finanzkreisen hieß es, es gebe die Möglichkeit, dass ACS doch noch scheitern könne - wenn genug Anteilsscheine aus dem Topf der angedienten Aktien aufgekauft würden. Nur wenn ACS mit diesem freiwilligen Übernahmeangebot die Hürde von 30 Prozent nimmt, kann der Konzern des Real-Madrid-Präsidenten Florentino Perez ungehindert weitere Aktien am Markt zukaufen, um die angestrebte Mehrheit bei Hochtief zu erreichen.

Kommentare (3)

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Gernot Radtke

14.01.2011, 21:36 Uhr

Auch HOCHTiEF ist ein gutes beispiel für das, was derzeit in Euroland/EU alles möglich ist, nachdem dort das perverseste Prinzip aller Ökonomie, der 'moral hazard', zum ökonomischen Schulden-Garantie-Prinzip erhoben worden ist (im moral hazard/1.Semester bWL haften nicht mehr zuerst die Kapitaleigner, sondern nur noch die Gläubiger für den Mißerfolg unternehmerischer Aktivität, die sich fortan keinerlei beschränkungen mehr auferlegen muß, da sie Verlustrisiken nur noch zu Lasten Dritter eingeht): Spaniens schon so überschuldete ACS (kaum mehr als ein dutzend Großprojekte, wenige erfolgreich) übernimmt mit x-Mrd., die der spanische Staat garantiert und seine maroden banken finanzieren, was wiederum Deutschland mit seinen irren Schutzschirmen garantiert, ein an sich gesundes und in über 1000 Großprojekten seit Jahrzehnten überall in der Welt bewährtes Unternehmen Deutschlands und bekommt dafür verständlicherweise den Segen einer EU, die längst weiß, was sie an Deutschland hat und es mit Luxemburgs Juncker gleichwohl niedermacht (D=keine guten Europäer; die garantieren immer noch zu wenig).

Deutschland: Europas Vollidiot. Der garantiert und bezahlt nach Aufspannung und Erweiterung des sog. Euro-Schutzschirms, der in Wirklichkeit ein Fremdschuldenübernahme-Programm ohne jegliche Mitbestimmung des Zahlers ist - so wollen es jetzt auch Merkel und ihr unseliger Schäuble -, für eine Unternehmensübernahme durch künftige bankrotteure, die es eigentlich jetzt schon sind.

Man kann auch sagen: Die deutsche Politik (Merkel!) verschenkt Hochtief an Spanien, obwohl Weihnachten längst vorbei ist. Spanien macht Schulden im moral hazard bis zum Gehtnichtmehr und Deutschland bezahlt sie dann anschließend.

Tut mir leid, daß ich das in so vielen Kommentaren immer wieder so oder anders sage, aber unsere Regierungsbanditen sagen es uns auch immer wieder jeden Tag auf ihre niederträchtige Weise: einlullend, verharmlosend und mit den höchsten EU-Zielen drappiert, 'Rettung' von was auch immer stets dabei; Schäuble, der Verbitterte, heute wieder ein Paradebeispiel dafür.

Wir hauen - mit EU-Segen - einfach alles für nichts raus: unser Geld und auch unsere vorzüglichen Unternehmen. Ein Riesen-Skandal, eine Riesen-Schweinerei dt. Politik!

Rainer_J

14.01.2011, 22:50 Uhr


@Gernot Radtke

Das einzige was die Politiker verstehen sind RiCHTiG ernüchternde Wahlergebnisse! Und keine etablierten Oppositionsparteien wählen. ich werde mir jedenfalls eine Partei aussuchen, die sich klar für die Wiedereinführung der DM und die beseitigung des illegallen Rettungsschirms ausspricht!

Gas geben

15.01.2011, 09:25 Uhr

schreibt mal an euren Mdb. brief, Email oder im oertlichen buero vorstaendig werden. blast ihnen die Meinung ganz laut ins Gesicht!!! Die Abgeordneten sind so weit vom buerger entfernt, die wissen gar nicht mehr das wir noch existieren.

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