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12.05.2011

15:31 Uhr

Hochtief-Hauptversammlung

„Ich bitte Sie, heute gegen ACS zu kämpfen“

VonNils Rüdel

Die Hochtief-Führung hat die Waffen gestreckt, die Aktionäre lassen ihrer Wut auf ACS freien Lauf. Auf der Hauptversammlung ist es wie einer Beerdigung: Wir hatten eine schöne Zeit, doch jetzt ist es vorbei.

Der Noch-Chef von Hochtief, Herbert Lütkestratkötter: Zwischen Tränen und Kampf. Quelle: dpa

Der Noch-Chef von Hochtief, Herbert Lütkestratkötter: Zwischen Tränen und Kampf.

EssenAm Ende bricht die Stimme doch. Eine halbe Stunde lang ist Herbert Lütkestratkötter mit kräftiger, sonorer Stimme durch seine Rede marschiert. Hat vom besten Jahr der Geschichte seines Hochtief-Konzerns erzählt, den Tochterfirmen in Übersee, von erfolgreichen Projekten, neuen Zielen.

Doch als er dann „ein persönliches Wort“ ankündigt, kommt der knorzige Manager ins Stocken.  „Ich hatte noch viele Pläne mit meinem Team. Nun ist es anders gekommen“, sagt er. Sein Oberkörper wippt kurz nach hinten und wieder nach vorne, mit der Faust deutet er ein Räuspern an, er weiß gerade nicht, wohin mit seinen Händen. Atemlose Stille im Saal, Dr. Lü, wie er genannt wird, kämpft mit den Tränen. Dann sagt er, kaum noch hörbar: „Ich habe mein Bestes gegeben. Mehr ging nicht“. Applaus brandet auf, nach und nach stehen die Zuhörer zum Klatschen auf.

Im Saal der Essener Grugahalle sitzen hunderte Aktionäre, die meisten im Rentenalter. Bei dieser so besonderen Hauptversammlung des Baukonzerns dürfte spätestens jetzt die meisten ein Kloß im Hals stecken. Es ist der letzte Tag der Unabhängigkeit ihres fast 140 Jahre alten Unternehmens. Der letzte von Detlev Bremkamp als Vorsitzender des Aufsichtsrats. Und der letzte von Dr. Lü als Vorstandschef. 

Es ist ein bisschen wie bei einer Beerdigung.

Zu Grabe getragen, so sehen es viele Aktionäre, wird ein traditionsreicher Baukonzern mit solider Bilanz, ordentlich geführt von Lütkestratkötter und seinen Kollegen. Ein deutsches Industriesymbol, das nun in die Hände des spanischen Konkurrenten ACS fällt. Dessen Präsident Florentino Perez unredliche, mindestens aber unklare Absichten hegt.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

12.05.2011, 16:14 Uhr

Es gibt nur ein Land der Welt, wo so etwas möglich ist, nur ein Land, dass sich selbst kaputt macht: Die Bundesrepublik Deutschland
Fehlt nur noch, dass ACS wegen Infrastruktursubventionen der EU an Spanien sich solange über Wasser halten konnte. Über die „BAFin“ braucht man nichts mehr zu sagen.

Ascensore

12.05.2011, 17:24 Uhr

Das Dilemma ökonomisch-neutraler Gedanken im Kontrast zu emotionalen Ansichten ist betroffen. Viele sehen das gar nicht. Ein schöner Artikel dazu steht unter:
http://www.celadoor.com/wp_2011_0040.html

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