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06.03.2012

03:10 Uhr

Hochzeit der Autoriesen

GM legt 320 Millionen Euro für Peugeot-Anteil hin

General Motors und Peugeot gehören zu zu den Verlierern des Autojahrs 2011. Letzte Woche einigten sich die Autohersteller auf ihre Allianz. Die Synergien sollen sich nach fünf Jahren auf jährlich zwei Milliarden Dollar belaufen.

Das gemeinsame Auto kommt 2016. dpa

Das gemeinsame Auto kommt 2016.

DetroitGeneral Motors (GM) zahlt für seinen Sieben-Prozent-Anteil am französischen Autohersteller Peugeot 320 Millionen Euro. Dies teilte GM am Montag der US-Finanzaufsicht mit. Der Kauf ist Teil einer Allianz, die beiden Unternehmen Einsparungen in Höhe von mindesten zwei Milliarden Dollar bringen sollen. Bis 2016 wollten GM und Peugeot mindestens vier Fahrzeuge gemeinsam entwickeln, hieß es weiter. Die Vereinbarung gelte für zehn Jahre.

Vergangene Woche hatten die Unternehmen mitgeteilt, durch das Bündnis sollten unter anderem Kosten in den Bereichen Forschung und Entwicklung gesenkt werden. GM erhofft sich zwölf Jahre an Verlusten in Europa, insbesondere mit seiner Marke Opel, zu beenden. Peugeot will sich neben Europa andere Märkte erschließen.

„Die Partnerschaft birgt enorme Chancen“, hatte GM-Boss Dan Akerson beim Abschluss der Allianz letzte Woche gesagt. PSA-Boss Philippe Varin sprach von einem „herausragenden Moment“ für beide Konzerne.

Allianzen der Autobauer

Daimler/ Chrysler

In der Vergangenheit hatte vor allem die Achterbahnfahrt von Daimler und Chrysler lange für Schlagzeilen gesorgt. 1998 gaben die Daimler-Benz AG und Chrysler Corporation die Fusion zur DaimlerChrysler AG bekannt. Der damalige Daimler-Chef Jürgen Schrempp übernahm Chrysler für knapp 40 Milliarden Dollar. Doch das US-Unternehmen entpuppte sich als milliardenschwerer Sanierungsfall. 2007 wurde das Ende der Allianz besiegelt. Chrysler wird nun vom italienischen Autobauer Fiat kontrolliert.

BMW/ Rover

Auch BMW musste für die Übernahme der britischen Rover Lehrgeld zahlen. Der damalige Vorstandschef Bernd Pischetsrieder fädelte 1994 die Fusion ein. BMW zahlte zwei Milliarden DM und steckte erhebliche Summen in die Entwicklung neuer Modelle. Als diese sich nicht verkaufen ließen, stieg BMW 2000 wieder aus.

Renault/ Nissan

Segensreich für beide Partner war dagegen die Liaison des Renault-Konzerns mit dem japanischen Autobauer Nissan. 1999 wurde die französische Nummer zwei größter Anteilseigner bei Nissan und machte aus dem angeschlagenen Hersteller ein ertragreiches Unternehmen.

Renault-Nissan/ Daimler

Renault-Nissan verbündete sich 2010 zudem mit Daimler. Renault und Nissan halten 3,1 Prozent an Daimler und die Schwaben wiederum halten 3,1 Prozent an Renault und 3,1 Prozent an Nissan. Die zwei Seiten versorgen sich gegenseitig mit Antrieben und Antriebsteilen.

Volkswagen/ Porsche

Volkswagen konnte erst nach einem erbitterten Übernahme- Machtkampf mit Porsche das Rennen für sich entscheiden. Zwar ist eine geplante Fusion wegen milliardenschwerer Schadensersatzklagen geplatzt. VW will aber nun die Porsche AG - in der das Autogeschäft gebündelt ist - schrittweise übernehmen. Derzeit hält VW 49,9 Prozent Volkswagen baut sein Imperium mit Milliardeninvestitionen massiv aus.

Volkswagen/ Suzuki

Im Dezember 2009 beteiligte sich der VW-Konzern für 1,7 Milliarden Euro mit knapp 20 Prozent an Japans viertgrößtem Autobauer Suzuki. Mittlerweiler gibt es allerdings reichlich Ärger. Suzuki Motor will seine Kooperation mit Volkswagen nach Vorwürfen des gegenseitigen Vertragsbruchs beenden und den eigenen Anteil von rund 20 Prozent von VW zurückkaufen. Doch die Deutschen stellen sich quer. Im November haben die Japaner deswegen ein Schiedsgericht angerufen.

Die Unternehmen wollen ihren Einkauf weltweit bündeln und gemeinsame Fahrzeugarchitekturen, Komponenten und Module nutzen. Die Synergien daraus sollen sich nach fünf Jahren auf jährlich zwei Milliarden Dollar belaufen. Vor allem bei Klein- und Mittelklassefahrzeugen sehen die Konzerne Potenzial. Die beiden Unternehmen erwägen darüber hinaus, eine neue gemeinsame Architektur für Automobile mit besonders niedrigen Emissionen zu entwickeln.

Das erste gemeinsam entwickelte Auto soll 2016 starten. Die Kooperation sieht auch integrierte Transport- und Logistikketten vor. Weitere Möglichkeiten würden ausgelotet. Es ist eine Notgemeinschaft zweier Unternehmen, die zu den Verlierern des Autojahrs 2011 zählen. Opel brockt der Konzernmutter in Detroit seit Jahren Verluste ein, die sich auf Milliardenbeträge summieren. Auch Peugeot steckt in der Krise. 2011 machte der Konzern im Autobereich einen Verlust von 430 Millionen Euro. Rentable Konzernteile wie das Logistikgeschäft sollen teilweise verkauft werden.

Kommentare (1)

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Harry_F

06.03.2012, 08:17 Uhr

Das geht gar nicht. André Citroen wird sich im Grabe umdrehen.

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