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27.10.2011

13:09 Uhr

Höhere Auslieferungen

Volkswagen steigert den Gewinn um fast neunzig Prozent

Europas größter Autobauer ist weiter auf Wachstumskurs. In den ersten neun Monaten des Jahres verdoppelt sich das Ergebnis nahezu. Der weltweite Autoboom spielt dem Konzern in die Hände.

VW-Modelle in Wolfsburg: Der Autobauer überrascht mit einem hohen Ergebnis. dapd

VW-Modelle in Wolfsburg: Der Autobauer überrascht mit einem hohen Ergebnis.

WolfsburgEuropas größter Autobauer Volkswagen hat in den ersten neun Monaten 2011 seinen Gewinn kräftig gesteigert. Das operative Ergebnis nahm um 86 Prozent auf fast neun Milliarden Euro zu. Das teilte der Konzern am Donnerstag in Wolfsburg mit. Der Umsatz verbesserte sich um ein Viertel auf 116,3 Milliarden Euro. Der VW-Konzern hatte in den ersten neun Monaten erstmals mehr als sechs Millionen Autos verkauft.

Unterm Strich stand ein Gewinn von 13,6 Milliarden Euro. Dabei schlug jedoch ein Sondereffekt durch die Neubewertung der Option zum Kauf der restlichen Porsche-Anteile mit 6,8 Milliarden Euro im Vorsteuerergebnis positiv zu Buche. Allein aus den chinesischen Gesellschaften kamen zusätzlich 1,9 Milliarden operativer Gewinn.

Für das Gesamtjahr 2011 rechnet der Konzern mit deutlich besseren Zahlen als 2010. In den ersten neun Monaten habe VW bereits mehr verdient als im gesamten vorigen Jahr - 2010 lag der operative Gewinn bei 7,1 Milliarden. Trotz einiger Risiken für die künftige Entwicklung sieht sich VW gut aufgestellt.

„Wir befinden uns auf einem guten Weg, bis 2018 an der Spitze der Automobilindustrie zu stehen - ökonomisch und ökologisch“, sagte Konzernchef Martin Winterkorn. Volkswagen hat den operativen Gewinn dank weltweit höherer Auslieferungen im dritten Quartal überraschend stark gesteigert. Der Betriebsgewinn sei von Juli bis September um 45 Prozent auf knapp 2,9 Milliarden Euro geklettert, teilte der Wolfsburger Konzern am Donnerstag mit. Damit übertraf Europas größter Autobauer die Erwartungen von Analysten, die für diesen Zeitraum im Schnitt mit lediglich 2,6 Milliarden Euro gerechnet hatten.

Der Umsatz legte um ein Viertel auf 38,5 Milliarden Euro zu. An seiner Prognose hielt der Vorstand trotz Schuldenkrise und zunehmender Konjunktursorgen fest. Demnach sollen Umsatz und operativer Gewinn 2011 die Vorjahreswerte deutlich übertreffen.

Negative Währungseffekte und höhere Rohstoffkosten könnten die positiven Effekte des Absatzanstiegs allerdings abschwächen. Eine Vorhersage für das kommende Jahr wagte der Konzern nicht. Die VW-Aktie legte in einem nach dem Euro-Gipfel freundlichen Umfeld um mehr als fünf Prozent zu.

Auch die Volkswagen-Tochter Audi hat angesichts der ungebrochen boomenden Automärkte in den ersten neun Monaten bei Umsatz und Gewinn kräftig zugelegt. Dank der deutlichen Absatzsteigerung und einer besseren Kostenstruktur hat die Volkswagen-Tochter ihr operatives Ergebnis zwischen Januar und September auf 4 Milliarden Euro fast verdoppelt, wie aus den am Donnerstag in Wolfsburg vorgestellten VW-Zahlen hervorgeht.

Der Umsatz der Ingolstädter Nobelmarke stieg in den ersten drei Quartalen um 24,6 Prozent auf 32,4 Milliarden Euro. Der Oberklassehersteller verkaufte weltweit zwischen Januar und September 973 211 Fahrzeuge, 17,4 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2010. Damit fährt Audi weiter auf Rekordkurs.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Politinteresse

27.10.2011, 12:00 Uhr

Gewinne privartisieren, Verluste sozialisieren.

Ich freue mich sehr über den Erfolg von VW und wünsche ihnen noch mehr. Aber die nächste absatzkorrektur kommt bestimmt. wenn nicht in dieser, dann in der nächsten Krise.

Es wäre nicht OK, wenn jetzt die Gewinne als Dividende ausgeschüttet werden und dann in wenigen Jahren oder schon vielleicht nächstes Jahr der Staat wieder Kurzarbeitergeld zahlt.

Besser wäre ein steurfreies Krisenkonto, auf das nur in Krisen zugegriffen werden darf und aus dem nur Lohnkosten im Ausgleich für arbeitszeitreduzierung zugegriffen werden daf. Also nicht dass es als Kapital der Firma gerechnet wird und es zu einem lohnenden Übernahmeobjekt macht, wo man in kürzester Zeit den Einkaufspreis durch das lösen des liquiden Geldes herausziehen kann.

Man könnte einen Prozentsatz der jährlichen Lohnkosten pro Firma ermitteln und einen Betrag ermitteln, der vom Gewinn zurückgestellt werden muss. wenn dieser Eine bestimmte Gesamtsumme über Jahre erreicht hat, steht er im Hintergrund als besondere Reserve.

Konsequent umgesetzt, könnte dies helfen gewisse Täler von Konjunkturzyklen auszugleichen. Gesamtwirtschaftlich könnte es sogar helfen, dass in Zeiten der Krise durch ein geringeres Einbrechen der Nachfrage, diese schneller überwunden werden kann.

Account gelöscht!

27.10.2011, 13:24 Uhr

Der Wagen fuer das Volk geht ab wie die Post. Bloss das Volk mit seinem Euro nicht.

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