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01.10.2014

13:54 Uhr

Hoffen auf 2015

Maschinenbau kämpft mit schlechter Auftragslage

Die schwache Konjunktur in Europa und die Spannungen mit Russland bremsen die deutschen Maschinenbauer. Das Geschäft stagniert. Für das kommende Jahr ist die Branche aber wieder optimistischer.

Der Auftragseingang im Maschinenbau stagniert erneut. Für 2015 hofft die Branche aber auf Besserung. dpa

Der Auftragseingang im Maschinenbau stagniert erneut. Für 2015 hofft die Branche aber auf Besserung.

FrankfurtTrotz der kräftig gestiegenen Inlandsnachfrage treten die deutschen Maschinenbauer weiterhin auf der Stelle. Wie im Juli stagnierte der Auftragseingang bei den Unternehmen der Schlüsselindustrie auch im August gegenüber dem Vorjahr, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Zwar stiegen die Bestellungen aus dem Inland um 19 Prozent, das Auslandsgeschäft sank jedoch um neun Prozent. „Unterm Strich bleibt eine Null, in Anbetracht des internationalen Umfeldes kein schlechtes Ergebnis“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

Der starke Rückgang der Auslandsnachfrage sei wesentlich auf einen Basiseffekt zurückzuführen, sagte Wiechers: „Der August 2013 war außergewöhnlich gut ausgefallen.“ Zum Ausgleich habe das Inland in diesem August durch Großanlagengeschäfte für einen kräftigen Schub gesorgt.

In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich Juni bis August stieg der Ordereingang im Vorjahresvergleich um drei Prozent: Sowohl die Inlandsaufträge als auch die Bestellungen aus dem Ausland lagen bei plus drei Prozent.

Allerdings belastet das Russland-Geschäft die Branche: Russland ist der viertwichtigste Absatzmarkt der deutschen Maschinenbauer. Daher schmerzt es, dass die deutschen Exporte dorthin im ersten Halbjahr 2014 um ein Fünftel eingebrochen sind. Sollten weitere gegenseitige Sanktionen stark auf die Branche durchschlagen, schließt VDMA-Russland-Referentin Monika Hollacher selbst ein Export-Minus nach Russland von 35 Prozent auf 5 Milliarden Euro im Gesamtjahr nicht aus. Der Konflikt treffe die Maschinenbauer aber auch im Inland, sagte Wiechers: Weil sich die Stimmung eintrübe und die Verunsicherung steige, stellten Unternehmen Investitionen zurück.

Da auch die weltweite Nachfrage nach Investitionsgütern nicht wie zu Jahresbeginn erwartet anzog, hatte der VDMA seine Wachstumsprognose für 2014 schon im Sommer von ursprünglich drei auf nur noch ein Prozent gesenkt. Im nächsten Jahr rechnen die deutschen Maschinenbauer aber wieder mit einem dynamischeren Wachstum.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2012: 3,02 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2012: 3,24 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2012: 4,26 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Knorr-Bremse

Umsatz 2012: 4,3 Milliarden Euro

Das größte Unternehmen für Bremssysteme von Schienen- und Nutzfahrzeugen wurde 1905 gegründet und ist nicht an der Börse notiert. Der Hauptsitz liegt in München.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2012: 4,73 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion Group wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2012: 5,64 Milliarden Euro (Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 4 – Gea

Umsatz 2012: 5,72 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 3 – Voith

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 5,73 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2012: 15,28 Milliarden Euro

Die Linde Group sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 18,59 Milliarden Euro (Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Die VDMA-Volkswirte sagen ein Plus von zwei Prozent für die preisbereinigte Produktion von Maschinen und Anlagen in Deutschland voraus, wie der Verband am Mittwoch mitteilte. „Die Unsicherheiten bezüglich der weiteren konjunkturellen Entwicklung sind hoch, die Risiken sind nicht zu unterschätzen“, sagte Wiechers zwar. Doch sei eine weltweite Konjunkturerholung mehr als überfällig.

Dafür sehe der VDMA durchaus Chancen: Denn die Maschinenlieferungen in die beiden größten Exportmärkte USA und China befänden sich bereits auf Wachstumskurs. Auch die Nachfrage aus europäischen Nachbarländern verbessere sich - trotz der Probleme in Frankreich und Italien. Zudem könnten weitere Entwicklungs- und Schwellenländer konjunkturell wieder Fahrt aufnehmen. Rückenwind verspricht sich Wiechers auch durch die aktuelle Euroschwäche: „Der niedrigere Eurokurs verbessert auch die preisliche Wettbewerbsfähigkeit.“ Technologisch seien die deutschen Hersteller ohnehin erstklassig.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Vittorio Queri

01.10.2014, 14:09 Uhr

>> Allerdings belastet das Russland-Geschäft die Branche: Russland ist der viertwichtigste Absatzmarkt der deutschen Maschinenbauer.

Schließt VDMA-Russland-Referentin Monika Hollacher selbst ein Export-Minus nach Russland von 35 Prozent auf 5 Milliarden Euro im Gesamtjahr nicht aus <<

Und im Jahr 2015 mit darauffolgenden Jahren wird sich das Minus auf über 50 % einpendeln.

Merkel sei Dank !

Ihre Diäten sind sicher !

Die Arbeitsplätze bzw. die Existenz der Maschinenbauer geht dem Europäischen Gespenst ( Murksel ) am A**** vorbei !

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