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18.11.2013

12:01 Uhr

Hoffnung für K+S im Kalistreit

Uralkali bekommt neuen Großaktionär

Der russische Produzent Uralkali bekommt einen neuen Großaktionär. Die Beteiligung von Milliardär Kerimow gibt dem Konkurrenten K+S im Kali-Streit über die Zukunft der russisch-weißrussischen Lieferallianz neue Hoffnung.

Kali ist einer der wichtigsten Devisenbringer von Russland. Reuters

Kali ist einer der wichtigsten Devisenbringer von Russland.

MoskauIm Kali-Streit über die Zukunft der russisch-weißrussischen Lieferallianz gibt es neue Hoffnung für K+S. Der russische Produzent Uralkali bekommt einen neuen Großaktionär. Der russische Milliardär Sulejman Kerimow verkauft seinen knapp 22-prozentigen Anteil an den Oligarchen Michail Prochorow. Das teilte die von Prochorow kontrollierte Gesellschaft Onexim am Montag in Moskau mit. Laut russischen Agenturberichten liegt der Kaufpreis bei geschätzt 4,35 Milliarden US-Dollar (3,23 Mrd Euro).

Der Ausstieg von Uralkali aus einem Bündnis mit dem weißrussischen Konzern Belaruskali hatte Ende Juli für massive Verwerfungen am Kalimarkt gesorgt. Uralkali-Chef Wladislaw Baumgertner sitzt im autoritär regierten Weißrussland unter Hausarrest, weil er seine Befugnisse missbraucht haben soll. Die Justiz in Minsk hatte auch Anschuldigungen gegen Kerimow erhoben. Präsident Alexander Lukaschenko hatte den Verkauf von Kerimows Uralkali-Anteil zu einer Bedingung für die Auslieferung von Baumgertner an Russland gemacht.

Analysten zufolge öffnet der Ausstieg Kerimows nun die Tür für neue Verhandlungen zwischen Uralkali und Belaruskali. Damit könnte der Preisrutsch nicht so stark ausfallen wie zuletzt befürchtet.

An der Börse wurde die Nachricht über den neuen Investor bei dem größten Kalihersteller der Welt positiv aufgenommen. Die Aktie von K+S legte in einem schwachen Markt knapp zwei Prozent auf 20,95 Euro zu. Das im Dax notierte Papier war im Sommer nach dem Ende des Lieferkartells von Belaruskali und Uralkali innerhalb weniger Tage um 43 Prozent auf 15,02 Euro gefallen.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Der deutsche Hersteller wäre von einem Preisverfall wegen der hohen eigenen Produktionskosten besonders betroffen. Von seinem Tief am 6. August konnte sich das Papier jedoch wieder deutlich erholen und liegt jetzt noch rund ein Fünftel unter dem Niveau, das es vor der Ankündigung von Uralkali Ende Juli hatte.

Uralkali hatte mit der Aufkündigung des Joint Venture besonders den weißrussischen Partner Belaruskali verärgert. Kali ist einer der wichtigsten Devisenbringer des Landes.

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