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13.01.2005

17:50 Uhr

Hohe Kosten für Markteinführung neuer Modelle

Opel-Verlust wird immer größer

Im vergangenen Jahr hat Opel mehr Modelle des neuen Astra in Deutschland verkauft als erwartet. Dennoch ist der angeschlagene Rüsselsheimer Autobauer voraussichtlich noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht.

Zumindest der neue Astra verkauft sich besser als erwartet. Foto GM

Zumindest der neue Astra verkauft sich besser als erwartet. Foto GM

HB RÜSSELSHEIM. Nach Informationen der Tageszeitung „Die Welt“ (Freitagausgabe) stieg der Betriebsverlust der Adam Opel AG im abgelaufenen Jahr auf rund 550 Mill. €. Hochrangige Kreise der Muttergesellschaft General Motors (GM) hielten sogar einen noch höheren Verlust für möglich. GM gibt seine Zahlen nächste Woche bekannt. Im Jahr 2003 hatte Opel 384 Mill. € Verlust gemacht.

Als Gründe würden intern die Kosten für die Markteinführung neuer Modelle wie des Astra genannt sowie die schlechte Auslastung des Werks in Rüsselsheim und die sinkenden Margen beim Verkauf. Trotz des von GM durchgesetzten Sparprogramms in Höhe von 500 Mill. € werde Opel auch 2005 Verlust machen, schrieb „Die Welt“. Erst 2006 werde wieder mit einem Plus gerechnet. Dazu beitragen sollen neben dem jüngsten Sparprogramm auch Einsparungen beim Einkauf in Höhe von bis zu fünf Prozent und eine weitere Senkung der Lohnkosten.

Die Chancen des Opel-Werks Rüsselsheim auf den Zuschlag für den Bau der neuen Mittelklassemodelle von Opel und der GM-Schwestermarke Saab hätten sich verbessert. Wie es in den GM-Kreisen hieß, sei der Opel-Betriebsrat dafür zu großen Zugeständnissen bei den Löhnen und einem Abbau der übertariflichen Zulagen bereit.

Über den künftigen Standort für die Produktion des Opel Vectra und der Saab-Mittelklasse wird die Muttergesellschaft General Motors (GM) im Februar zwischen Rüsselsheim und dem schwedischen Trollhättan entscheiden. Das sagte der Opel- Vorstandsvorsitzende Hans Demant der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstagausgabe).

Der Opel-Aufsichtsratsvorsitzende Carl-Peter Forster sagte derselben Zeitung in Detroit, das Werk, das nicht den Zuschlag für Vectra und Saab bekomme, werde aber nicht leer ausgehen. Es wäre eine Option, in dieser Fabrik Cadillac-Fahrzeuge zu fertigen. Laut Forster will GM die Luxusmarke Cadillac nach Europa bringen, um für die Kunden mit Neigung zu amerikanischen Autos ein Angebot zu machen. Allerdings werde die Stückzahl vergleichsweise gering sein. Bis Ende des Jahrzehnts hofft Forster auf „ein paar zehntausend“ verkaufte Cadillacs.

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