Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.05.2012

09:16 Uhr

Hohe Kosten

RWE erwägt Ausstieg bei Nabucco-Konsortium

RWE hat seine Überlegungen zum Ausstieg aus dem Nabucco-Projekt bestätigt. Hintergrund ist einem Medienbericht zufolge, dass sich die Kosten für die europäische Gaspipeline fast verdoppelt haben.

RWE-Manager bereiteten offenbar Politiker auf einen Rückzug vor. dpa

RWE-Manager bereiteten offenbar Politiker auf einen Rückzug vor.

EssenDer Energieriese RWE erwägt, aus der europäischen Gaspipeline Nabucco auszusteigen. „Wir prüfen das Projekt, um zu sehen, ob unter den veränderten Bedingungen unsere kommerziellen und strategischen Vorstellungen immer noch bewahrt sind“, sagte eine Konzernsprecherin am Montag. Sie bestätigte damit in Teilen einen „Spiegel“-Bericht vom Wochenende. Hintergrund ist dem Magazin zufolge, dass sich die Kosten von rund acht auf etwa 15 Milliarden Euro fast verdoppelt hätten und nach wie vor keine tragfähigen Gasverträge mit Aserbaidschan und Turkmenistan in Sicht seien.

Mit der Nabucco-Pipeline will die Europäische Union den Zugang zu neuen Gasreserven in Zentralasien erschließen und die Abhängigkeit Europas von russischem Pipeline-Gas verringern. Allerdings musste das Konsortium Ende April schwere Probleme mit dem Großprojekt einräumen. So bestätigte der ungarische Ölkonzern MOL seinen Ausstieg aus dem Pipeline-Konsortium. Laut „Spiegel“ bereiteten auch RWE-Manager bereits Politiker in Berlin und Brüssel auf einen möglichen Rückzug aus dem Konsortium vor.
Zudem wurde bekannt, dass RWE der Ukraine künftig Gas liefern könnte. Die Handelstochter RWE Supply & Trading habe hierzu ein Rahmenabkommen mit dem staatlichen ukrainischen Naftogaz-Konzern vereinbart, teilte RWE am Montag mit. Zu Preisen und Mengen machte das Unternehmen keine Angaben. Diese müssten bei Bedarf noch in Verträgen festgelegt werden. Die Ukraine will sich von Gaslieferungen aus Russland unabhängiger machen. Sie hatte zudem erklärt, die Preise von RWE könnten günstiger sein, als die, die das Land an Russland zahlen müsse. RWE bezieht selbst einen großen Teil seines Gases aus Russland.

Zwischen Russland und der Ukraine hatte es mehrfach Streit über die Gaspreise gegeben. Auf dem Gebiet der Ukraine verlaufen wichtige Pipelines für den Transport russischen Gases nach Westeuropa. Durch die Streitereien zwischen Russland und der Ukraine waren auch diese Lieferungen beeinträchtigt worden.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

RWeis

14.05.2012, 10:19 Uhr

Kein Problem. Dann tragen halt aus Gründen der Versorgungssicherheit die jeweiligen Staaten die Mehrkosten. Das RWE muss dem Verbraucher dann nur noch die nicht entstandenen Kosten auf die Rechnung setzen und alle sind zufrieden

north_faced_questionmark

14.05.2012, 12:42 Uhr

Nabucco, das klingt schon wieder wie der Gefangenenchor von Timbuktu.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×