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11.02.2014

11:07 Uhr

Hohe Strompreise

BASF will weniger in Deutschland investieren

BASF plant für die nächsten fünf Jahre Investitionen von fast 17 Milliarden Euro – aber davon nur ein Viertel in Deutschland. Damit wehrt sich der Chemieriese gegen die deutsche Steuerpolitiik.

Halbmast in Deutschland? Reuters

Halbmast in Deutschland?

LudwigshafenDer weltgrößte Chemiekonzern BASF will in den kommenden Jahren nicht zuletzt wegen der hohen Energiekosten deutlich weniger in Deutschland investieren. „In den nächsten fünf Jahren wird der Anteil Deutschlands an den weltweiten Investitionen der BASF noch ein Viertel betragen“, schrieb Unternehmenschef Kurt Bock in einem Gastbeitrag in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstag). In den vergangenen fünf Jahren sei hierzulande noch mehr als ein Drittel investiert worden. BASF plant in dem Zeitraum 2013 bis 2017 weltweit Investitionen von insgesamt 16,8 Milliarden Euro.

In den vergangenen Monaten hatte der BASF-Chef im Streit um die Ökostrom-Umlage bereits mehrfach mit einer teilweisen Verlagerung der Produktion ins Ausland gedroht. Bock kritisiert vor allem die geplante Besteuerung eigener Energieanlagen, in denen BASF Strom für den Eigenverbrauch erzeugt.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Von

dpa

Kommentare (5)

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audi

11.02.2014, 11:29 Uhr

eine sehr weise Entscheidung von BASF.

Warum hier in Deutschland bleiben, wenn man an anderen Stellen der Welt so gerne gesehen wird?

Oky, man hat es probiert, aber die bedingt durch die Grünen Hassprediger hat man begonnen, die regenerativen Energien zu subventionieren und das war eben das Ende. Subventionen sind eine Einladung zum Betrug und warum also sollte BASF in einem betrügerischem System bleiben.

Michl

11.02.2014, 11:32 Uhr

Steuern auf die selbst erzeugte und verbrauchte Energie! Verständlich, wenn Unternehmen dann in anderen Ländern produzieren.
Bauerngespräch: Endlich habe ich meine Kühe so weit, dass sie mit dem halben Futter die doppelte Menge Milch geben. Wie danken es einem die Viecher? VERRECKEN einfach!!!

risktaker

11.02.2014, 12:01 Uhr

Die populistische Energiewende der Kanzlerin Dr. Merkel zeitigt Konsequenzen.

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